KAKKMADDAFAKKA: »So many sexy bitches in the house!«

KAKKMADDAFAKKA: »So many sexy bitches in the house!«

Wer Kakkmaddafakka (auch: KMF) bereits vor sechs Jahren im alten KFZ gesehen hat, weiß, dass die Boys aus dem norwegischen Bergen feiern können. Auch am 03.02.2017 sind  die Grenzen zwischen Party und Konzert im neuen KFZ verschwommen.

Die meisten Bands kommen mit einem charismatischen Frontmann mit Glitzern und Funkeln in den Augen aus. Bei KMF kann jedes Bandmitglied mit diesen Qualitäten aufwarten. Auch wenn das Zentrum der Aufmerksamkeit Sänger und Gitarrist Axel Vindenes ist: Mit spitzbubenhaftem Charme, Gibson SG und Schalk im Nacken erinnert er an Angus Young. Bei einer Ansage tönt er: „I heard Marburg is a students city. Student means sexy bitches. So many sexy bitches in the house!“. Ein Typ neben mir empört sich: „Das kann er doch nicht sagen! Dieser Macho.“ Klar kann er das. Gerade, wo Rockstars wie Lemmy und Bowie von uns gegangen sind, brauchen wir edgy Jungs und Mädchen auf den Bühnen. Keep the spirit alive. Auch in Popmusik sollte immer ein Stück Rebellion stecken. Attitüde ist hier wichtiger als political correctness.

Kakkmaddafakka sind die übelsten Partyanimals 

Bassist Stian Sævig überzeugt mit souveränem Hüftschwung und Perkussionist Lars Helmik Raaheim-Oslen lässt regelmäßig seine Sticks spinnen. Überhaupt packt jeder der sechs Norweger echte Bossmoves aus. Dabei entsteht nie der Eindruck, dass die Band performt. Vielmehr ist die ganze Show natürlicher Ausdruck echter Spielfreude. So als würde die Band gerade ihre Lieblingssongs im Radio hören und für sich unter der Dusche dazu tanzen. Immer volle Präsenz. Keyboarder Emin Kittelsen schwenkt in der Mitte des Konzerts eine riesige weiße Flagge mit dem KMF Logo: Ja, hier steht eine Band voll hinter ihrer Sache und macht eine einzige Party daraus.

Trotz des starken Auftritts der Endzwanziger fehlt es dem Konzert im ausverkauften KFZ an Enge, Hitze und Intensität. Zwar haben die ersten Reihen durchweg getanzt. Wer aber nicht unbedingt wollte, wurde auch nicht von den Tanzwütigen angesteckt. So hat ein Großteil des Publikums das KFZ nicht schweißgebadet und vom energetischen Zappeln erschöpft verlassen. Wer schon mal auf einem KMF Konzert war, weiß, dass das eher untypisch für die Band ist.  Wahrscheinlich hätten noch 100 Leute mehr in den Saal gepasst, was den Rock’n’Roll-Faktor signifikant erhöht hätte. Aber von Rock’n’Roll hat das Ordnungsamt noch nie viel verstanden. Ein Lächeln hat die Band ihren Fans trotzdem mitgegeben und die Freude, so ein Konzert in Marburg erleben zu können, sowieso.

Baby, don’t hurt me. Don’t hurt me no more. 

Eine viel zu kurze gute Stunde spielen Kakkmaddafakka einen Mix aus alten und neuen Songs. Wer gekommen ist, um die Classics der Band zu hören wurde nicht enttäuscht: Gangsta, Touching, Restless. Alles dabei. In der Zugabe covert die Band Haddaways „What Is Love“. Der Perkussionist übernimmt den Leadgesang und füllt mit seiner Performance Bühne und Raum. Disco ist das Lebensgefühl, das KMF an diesem Abend mitgebracht haben. Vielleicht konnte man deshalb einen Teil der Band später noch in der Cavete treffen. Man gibt das Kompliment Axels an das Publikum gerne zurück: Big Applause, Maddafakkas!

FOTO: Luis Penner

Daniel Zimmermann

Ressortleitung Kultur. Studiert Sozialwissenschaften. Liebt Musik und Popkultur.

Ein Gedanke zu “KAKKMADDAFAKKA: »So many sexy bitches in the house!«

  1. Ganz gut geschrieben für einen 15-Jährigen, aber ich frage mich: Kümmert die Frauen in der Redaktion nicht Daniel Zimmermanns Frauenbild? Schließlich verteidigt er Sprüche wie „Student means sexy bitches.“. Naja, er muss eben noch erwachsen werden, der kleine Daniel.

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