Faszination Prokrastination

Faszination Prokrastination

Eigentlich solltest du gerade lernen? Surfst aber mal lieber wieder durchs Internet, wa? Kennen wir, verstehen wir. Deshalb mach doch einfach weiter damit und erfreu dich daran, dass es den anderen Studis nicht anders geht. So wie Jaqueline und Patrick zum Beispiel.

Es ist 17:26. Wir sitzen am Küchentisch, trinken den vierten Kaffee und rauchen die zweite Kippenschachtel leer, in der Hoffnung, dass sich die Motivation mal blicken lässt. Aber wenigstens sind wir motiviert, motiviert zu werden. Eigentlich ganz chillig, wenn nicht Anfang Februar wäre und wir länger Zeit hätten als ’ne knappe Woche,  um das Semester nicht in den Sand zu setzen. Da wir aber damit nicht alleine rumstehen und wissen, dass es den meisten Studierenden wohl so geht, hier die ultimativen Tips, damit wenigstens das Prokrastinieren gelingt.

Gib mir ein Hobby!

Eigentlich haben angehende Akademiker:innen keine Hobbys, doch sobald der Februar näher rückt, haben sie plötzlich ganz viele. Sie putzen gerne: Das Bad, die Küche und sogar den Ofen, der seit etwa ’nem Jahr nicht angerührt wurde. Das macht natürlich verdammt viel Spaß, jedenfalls mehr als zu lernen. Putzen ist wohl das meist verbreitetste Prokrastinierungshobby unter Studierenden, weil man nicht lernt, aber trotzdem irgendwie etwas Sinnvolles macht und man deshalb nicht so ein schlechtes Gewissen hat, als zum Beispiel sinnlose Videos im Internet zu schauen.  Klar findet man jedes Filmchen super lustig und interessant, weshalb man sich dem sogenannten Internetflow vollkommen hingibt und von Link zu Link klickt. Die ganz witzigen schaut man sich natürlich mehrmals an um sie jedem seiner 8 Mitbewohner zu zeigen. Als Empfehlung könnt ihr euch die PES-Filme oder die „Funny Cats and Babies playing Together Compilation“ auf Youtube und für Hardcoretierliebhaber das hier gönnen. Wahrscheinlich sitzt ihr gerade auf eurem Bett oder in der Bib und lest diesen Artikel in einer kurzen Pause, die schon über ’ne Stunde geht, aber hey, ihr seid wenigstens in einem Gebäude der Universität, auch wenn ihr eure Zeit damit verbringt andere Studierende zu stalken, ihren Schokoladenkonsum analysiert und euch über die angenehme Luft im Lesesaal freut. Das Gewissen wird trotzdem beruhigt, man ist wenigstens in der Bibliothek und hat das Haus verlassen.

Wechsel doch mal ’ne Glühbirne!

Falls ihr in eurem Zimmer zu lernen versucht, überlegt doch mal, eure Möbel umzustellen. Den Schreibtisch näher ans Fenster, das Bett näher zum WLAN -Rooter und euren Kleiderschrank könntet ihr auch mal wieder ausmisten. Die aussortierten Klamotten am besten sofort auf Kleiderkreisel zum Verkauf anbieten und nebenbei dort nach neuen Sachen stöbern. Neue Deko für euer WG-Zimmer muss dann natürlich auch her. Um Geld zu sparen am besten selbst basteln, hier können sämtliche Do-It-Yourself-Plattformen als Hilfe dienen. Mit neuem Ambiente lässt es sich doch auch viel besser lernen und wenn ihr euch gerne mit Lichtgestaltung beschäftigt, könnt ihr auch einfach mal die Glühbirnen von Lampe zu Lampe wechseln. Denn ihr habt  bestimmt Birnen mit unterschiedlicher Watt­ und Lichtstärke und könnt durch einen Wechsel der Birnen gezielt die inzwischen sicher schon gesäuberten Ecken eures Zimmers in  Szene setzen. Das Prokrastinieren frustriert euch? Kein Problem – die besten Lösungen, um wieder glücklich zu werden, sind Essen und Geld ausgeben. Kocht euch einfach ein richtiges drei Gänge Menü, angefangen mit Carpaccio, dann geil Pasta mit Blauschimmelkäsesauce oder Schrimps und anschließend Crème brûlée. Als Wein ist Morio Muskat aus’m Rewe für 2,15 € zu empfehlen, falls ihr doch ein bisschen auf’s Budget achten wollt. Man ist ja immer noch arme*r Student*in. Falls das glücklicherweise nicht der Fall ist, schaut mal auf dieser Seite vorbei, Ablenkung für Stunden ist garantiert.

Wochenende! Saufen! Geil!

Das macht ihr alles eigentlich nie, denkt ihr? Ihr seid im Grunde fleißige Studierende und lasst euch vom Internet oder anderen Dingen nicht ablenken? Dann seid ihr wohl die JDs unter den Prokrastinierenden (mit Scrubs kann man sich übrigens auch super ablenken). Denn wenn ihr ehrlich seid, habt ihr ständig Kopfkino und seid tief in euren Gedanken versunken; so tief, dass ihr nach einer halben Stunde merkt, dass ihr vollkommen abwesend auf die Wand hinter euren Schreibtisch gestarrt habt. Falls das aktive Prokrastinieren aber schon zum passiven Prokrastinieren wird und ihr euer Aufschiebemonster nicht mehr bändigen könnt und die Gefahr besteht, dass es euch bei lebendigem Leibe auffrisst, könnte man sich darüber unterhalten den Studiengang zu wechseln und dadurch einige Prüfungen gar nicht schreiben zu müssen. Sofort seid ihr wieder super motiviert und recherchiert im Internet! Diesmal aber nicht über euer Prüfungsthema, sondern über die Voraussetzungen für euren neuen Studiengang. Resultat: Ihr könnt problemlos wechseln und in das nächste Semester eingestuft werden. Die Entscheidung muss gefeiert werden! Jemand Lust auf Nachtsalon?

KLUGSCHEISSEN! Prokrastination oder zu Deutsch „Aufschieben“ hat seinen Wortursprung im Lateinischen (procrastinatio – Vertagung) und ist der beste Freund aller Studierenden: Sich die Zeit mit etwas Unnötigem vertreiben.

FOTO: Davia auf flickr.com, CC-Lizenz.

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22, auch June, Technorella oder Crazy Daisy. Denkt sich gerne dumme Spitznamen aus. Studiert „KuMuMe“ und steht auf Blumen und funky Techno.