Bild: Niklas Günther
Das Volk hat gesprochen und die vorläufigen Ergebnisse für Studierendenparlament, Senat und Fachschaftsräte sind veröffentlicht. Wie gewählt wurde, und was das bedeutet, könnt ihr hier lesen.
Die Ergebnisse im Studierendenparlament
Insgesamt werden im neuen StuPa erneut zehn Listen vertreten sein. Sieben dieser zehn Listen waren bereits im letzten StuPa vertreten. Die größte Liste wird mit zehn Sitzen die Fachschaft Medizin sein. Die personellen Kontinuitäten lassen vermuten, dass es sich hier um die Nachfolgerliste des Zusammenschluss Unabhängiger Fachschaften handelt. Die zweitgrößte Liste wird künftig die Rosa Liste sein, welche im Vergleich zur letzten Wahl drei Sitze gutmachen konnte und somit nun auf sieben Sitze kommt. Ohne Veränderungen in der Sitzanzahl kommt deDer SDS bleibt unverändert bei vier Sitzen und wird damit die drittgrößte Liste.
Platz vier erreicht die gänzlich neue Liste Semesterbeitrag Runter!, welche bei ihrem ersten Antritt aus dem Stand drei Sitze erreichen konnte und allen Grund zur Freunde haben dürfte. Freuen darf sich ebenfalls Volt. Sie konnten ihre Sitzanzahl von der letzten Wahl verdoppeln und werden künftig zwei Sitze haben. Die restlichen fünf Listen, die Unabhängige Fachschaftsliste, Linke Liste, GRÜNE Hochschulgruppe Marburg, Grün-Linke Liste und das Links-Grüne Wahlbündnis Move35 erreichten je einen Sitz. Keinen Sitz konnte lediglich Fachschaftsliste – Das Original erreichen.
Was bedeutet das? Eine Prognose
Wie bereits in der letzten Legislatur werden Rosa Liste, SDS und Volt vermutlich auch in dieser Legislatur eng zusammenarbeiten. Diese Koalition, welche in der letzten Legislatur noch zusätzlich aus dem Internationalen Jugendverein und Grüne Liste bestand, hatte jedoch schon in der letzten Legislatur keine Mehrheit im StuPa. Da sie nun noch einen Sitz weniger haben, werden sie abermals mit den anderen Listen zusammenarbeiten müssen.
Auf der anderen Seite werden Fachschaft Medizin und Semesterbeitrag Runter!, welche gerade in Bezug auf die Ausgaben des AStA und den Semesterbeitrag im Allgemeinen ähnliche Meinungen zu haben scheinen, vermutlich eng kooperieren. Auch ist es wahrscheinlich, dass die anderen fünf Listen eng zusammenarbeiten werden. Denn Vertreter*innen aus vier der fünf Listen sind bereits gemeinsam für den Senat angetreten. Und auch die Linke Liste, welche mit einer eigenen Senats-Liste angetreten ist, hat in der Vergangenheit am engsten mit der Grünen Hochschulgruppe kooperiert.
Die Mehrheitsverhältnisse haben sich im Vergleich zur letzten Legislatur also kaum verändert. Eine klare „Regierungskoalition“ gibt es dabei abermals nicht. Fraglich wird zudem sein, wie präsent die Listen in der nächsten Legislatur sein werden. Denn bei der Fachschaft Medizin, der Grün-Linken Liste, Move35 und der Unabhängigen Fachschaftsliste treten mehrere Personen auf den vorderen Listenplätzen an, die in der letzten Legislatur kaum bis gar nicht anwesend waren.
Was sagt uns die Wahlbeteiligung?
Die Wahlbeteiligung ist bei dieser Wahl von 19,67 % auf 14,03 % gefallen, was einem Rückgang von etwa 28 % entspricht. Der Rückgang verteilte sich dabei allerdings nicht auf alle Fachbereiche gleichmäßig: Den stärksten Rückgang konnten der FB 16 (Pharmazie) und der FB 02 (Wirtschaftswissenschaften) mit -56 % beziehungsweise -41 % verzeichnen. Stabil blieben der FB 01 (Rechtswissenschaften) und der FB 06 (Geschichte und Kulturwissenschaften) mit -1 % und -9 % Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Den einzigen Anstieg verzeichnete der FB 05 (Theologie) mit einem Plus von +64 %.
Die insgesamt höchsten Wahlbeteiligungen erreichte der FB 05 (Theologie) mit 33,55 %, der FB 20 (Medizin) mit 26,47 % und der FB 03 (Gesellschaftswissenschaften und Philosophie) mit 23,2 %. Die hohe Wahlbeteiligung am FB 20 dürfte vor allem damit zurückzuführen sein, dass ihre Fachschaft auch eine StuPa-Liste gestellt hat und ihre Studierenden somit stärker mobilisieren konnte. Darauf deuten zumindest die ähnlichen Stimmenzahlen für die Fachschaft Medizin bei den FSR- und StuPa-Wahlen hin.
Wie sieht es im Senat aus?
Im Senat konnten Fachschaft Medizin, Rosa Liste und SDS je einen Sitz erringen, während Grüne Hochschulgruppe und Linke Liste leer ausgegangen sind. Vor allem Fachschaft Medizin und Rosa Liste schnitten bei der Senatswahl deutlich besser ab als bei der StuPa-Wahl und sicherten sich erheblich mehr Stimmen als bei der StuPa-Wahl.
Erstaunlich ist allerdings, dass die Grüne Hochschulgruppe, welche zur Senatswahl als Zusammenschluss von fünf Listen (s. o.) angetreten ist, keinen Sitz im Senat erringen konnte. Trotz dieser breiten Koalition ist es also allen drei bereits im Senat vertretenen Listen gelungen, ihren Platz zu verteidigen.
(Lektoriert von nag.)