Hochschulpolitik

„Schade“ – Uni Marburg scheitert mit Bewerbung um Exzellenzstatus

By Niklas Günther

October 03, 2026

Collage: Niklas Günther, Foto: Sophia Ott

Am 02. Oktober 2026 wurde die Entscheidung live im Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas von zahlreichen Interessierten verfolgt. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Philipps-Universität Marburg haben sich gemeinsam unter dem Namen H_CORE (Hessian Collaboration for Research Excellence) beworben. Letztlich entschied sich die Exzellenzkommission für andere Bewerbungen. PHILIPP war vor Ort und hat euch Einblicke mitgebracht.

Die Bekanntgabe auf der Pressekonferenz der Kommission wurde gemeinsam von Uni-Leitungen, Forschenden und Medienvertreter*innen verfolgt. Im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern wurden folgende Standorte ausgewählt: Universität Freiburg, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Universität zu Köln, die Rhein-Main-Universitäten (Technische Universität Darmstadt, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Johannes Gutenberg-Universität Mainz) sowie das Ruhr Innovation Lab (Ruhr-Universität Bochum, Technische Universität Dortmund). Während sich die Vertreter*innen der künftig geförderten Universitäten jubelnd in den Armen lagen, machte sich unter den Zuschauenden in Marburg Ernüchterung breit.

Von der Forschung zurück in den Vorlesungssaal:Die Interessierten erwarten das Ergebnis
Die Enttäuschung steht Thomas Nauss (UMR, links) und Prof. Dr. Katharina Lorenz (JLU, rechts) ins Gesicht geschrieben

„Schade“

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär betonte, dass auch die nicht ausgewählten Standorte „exzellent forschen“ würden.

Im Interview mit PHILIPP sagte der Marburger Uni-Präsident Thomas Nauss, er hätte „gerne gewonnen“ und sei entsprechend „enttäuscht“. Zugleich seien die vier Exzellenzcluster sowie die weiteren beteiligten Gremien und Gruppen nach dem Bewerbungsprozess hervorragend vernetzt. Die Zusammenarbeit wolle man weiter vertiefen. Er hob hervor, dass die Bewerbungsinitiative organisch aus der Forschung selbst entstanden sei und das eigene Konzept durch Interdisziplinarität glänze. Letztlich bedauere er, dass sich die „intermediäre [Region] nicht gegen die Metropolen“ habe durchsetzen können. „Alternative Konzepte haben es schwer.“

In der gemeinsamen Pressemitteilung betont JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz zudem: „Wir haben bewiesen, dass wir Exzellenz können – und wir sind bereit dazu, diesen Beweis auch in den kommenden Jahren immer wieder anzutreten. Unser Dank gilt allen Beteiligten in Gießen und Marburg, die mit enormer Energie und Professionalität gezeigt haben, was dieser Verbund zu leisten imstande ist.“

Was ist die Exzellenzstrategie?

Die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder soll besonders forschungsstarke Hochschulen fördern und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken.

In einem mehrstufigen Verfahren werden zunächst einzelne Exzellenzcluster und anschließend Universitäten beziehungsweise Universitätsverbünde für die Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ ausgewählt. Die Philipps-Universität hatte sich gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen als Verbund um eine Förderung als Exzellenzuniversitätsverbund beworben. Mit der nun getroffenen Entscheidung erhält der Verbund aus Marburg und Gießen keine Förderung in dieser Förderlinie.

Fotos von Sophia Ott.

(Lektoriert von Sophia Ott.)