Bild: Nelli Lindner
Was kann einen Menschen dazu bringen, über Jahrzehnte hinweg an einem Groll festzuhalten und schließlich einen detailliert geplanten Rachefeldzug zu führen? Im Film Monsieur Robert kennt kein Pardon von Pierre-François Martin-Laval sind es die Streiche einer kleinen Gruppe von Schüler*innen, für die der Lehrer Robert Poutifard (Christian Clavier) direkt nach seiner Pensionierung späte Vergeltung sucht. Die Prämisse bietet dabei durchaus Potenzial für eine unterhaltsame Komödie, doch in der Umsetzung enttäuscht der Film mit überwiegend flachen Witzen und einer schnell an Schwung verlierenden Handlung.
Poutifards konkrete Rachepläne
Vor den konkreten Racheaktionen gibt es eine längere Rückblende in die Vergangenheit zu sehen. Dabei wird deutlich, dass Monsieur Poutifard eigentlich sehr gerne als Grundschullehrer arbeitete und erst durch die Streiche von vier Schüler*innen anfing, seinen Beruf zu hassen und Rachepläne zu schmieden. Die größte Wut entwickelt er, als die Kinder seine Verlobung mit seiner Kollegin Claudine (Jennie-Anne Walker) verhindern, indem sie beim Juwelier anrufen und den Namen einer anderen Kollegin in den Ring eingravieren lassen. Als die Beziehung nach dem dadurch missglückten Antrag endet, schwört er Rache an der Gruppe.
Direkt nach seiner Pensionierung beginnt er seinen Rachefeldzug beim mittlerweile erfolgreichen Sternekoch Anthony (Roby Schinasi), indem er im Beisein eines Restaurantkritikers versucht, ein wichtiges Dinner zu ruinieren. Als nächstes sind die Zwillinge Camille (Salomé Partouche) und Mélanie (Noémie Chicheportiche) an der Reihe. Monsieur Poutifard will die beiden Influencerinnen bei einem öffentlichen Event vor dem Präsidenten des Landes bloßstellen. Hilfe erhält er dabei von seiner Mutter (Isabelle Nancy), die schnell von seinem Rachefeldzug mitbekommt, weil er immer noch bei ihr lebt und so ihrer ständigen Kontrolle ausgesetzt ist. Das letzte Ziel der beiden ist dann die ehemalige Anführerin der Gruppe Audrey (Kézia Quental), die inzwischen unter dem Künstlernamen O’Drey ein berühmter Popstar geworden ist. Auch sie soll auf einem ihrer Konzerte durch ein von seiner Mutter erstelltes Deepfake-Video öffentlich bloßgestellt werden. Als Monsieur Poutifard jedoch zufällig mit einem schwerkranken Familienmitglied von Audrey ins Gespräch kommt, muss er sich überlegen, ob seine Rachepläne nicht doch etwas zu weit gehen.
Eine Komödie mit wenigen lustigen Witzen
Nach den anfänglich noch durchaus lustigen Rückblenden auf die Streiche der Schüler*innen lässt die Qualität der Witze anschließend relativ schnell nach. Der Film ist überladen mit flachen Gags, die sich durch die verschiedenen Racheaktionen und alle sonstigen Handlungsstränge ziehen. So wird beispielsweise Monsieur Poutifard in seiner Super-Mario-ähnlichen Verkleidung dauerhaft von anderen Leuten „Luigi“ genannt oder der Staatspräsident bekommt als große Pointe eine riesige Ladung Schleim über den Kopf geschüttet. Die wenigen wirklich lustigen Momente ergeben sich in den meisten Fällen, wenn sich Monsieur Poutifard teilweise leicht überdreht in seine kindischen Rachevorstellungen hineinsteigert. Auch die Darstellung der typischen reichen Gäste im Sternerestaurant von Anthony bietet tatsächlich etwas zum Lachen.
Insgesamt bewegt sich der Film jedoch von einer Racheaktion zur nächsten, ohne je wirklich von den flachen Witzen wegzukommen. Auch das sehr vorhersehbare Ende ergibt sich nicht wirklich aus dem bisherigen Geschehen und wirkt daher etwas deplatziert. Der Sneak-O-Mat wurde nach der Vorführung des Films diesmal nicht herausgestellt. „Monsieur Robert kennt kein Pardon” läuft seit dem 05. März 2026 in den deutschen Kinos.