Bild: Ina Rohwer, Nelli Lindner
Mit Good Luck, Have Fun, Don’t Die meldet sich Fluch der Karibik-Regisseur Gore Verbinski zurück – und zwar mit einem Film, der gleichermaßen Sci-Fi-Satire, Horrortrip und Tech-Dystopie sein will. Zwischen Neonfarben, Zeitloops und grotesken KI-Ideen erzählt der Film von einer Zukunft, in der die Menschheit längst zu sehr von ihrer eigenen Technologie abhängig geworden ist.
Vom Diner zur Rettung der Menschheit
Ein zerzauster Mann (Sam Rockwell) betritt ein Diner in Los Angeles und behauptet von sich selbst, aus der Zukunft zu sein. Sein Motiv – und zugleich die Prämisse von Good Luck, Have Fun, Don’t Die – ist so simpel wie aktuell: Menschen verlassen sich so sehr auf Technologie, dass sie dabei ihren menschlichen Wesenskern verlieren, was schließlich in einer Dystopie endet. Um dies zu verhindern, muss er aus den Anwesenden ein Dream-Team zusammenstellen.
Hierbei hat jeder eine eigene, zunehmend obskure Konfrontation mit den modernen Entwicklungen: Ein Klassenzimmer voller Schüler*innen starrt ausschließlich auf ihre Smartphones und treibt ihren Vertretungslehrer in den Wahnsinn. Eine Mutter erhält nach einem School Shooting die Möglichkeit ihr totes Kind einfach zu klonen – und dabei sogar Charakter-Eigenschaften anzupassen. Eine weitere Figur hat derweil eine Allergie gegen WLAN-Strahlung. In den ersten zwei Dritteln des Films springt die Handlung zwischen Genres, wirft bizarre Ideen in schneller Folge auf und hat sichtlich Spaß daran, die Welt immer weiter zu überdrehen.
Zwischen Warnung und Selbstironie
Neben kreativen Ideen und dem unterhaltsamen Trash-Faktor fällt Good Luck, Have Fun, Don’t Die zudem durch seine durchdachte Ästhetik auf. Verbinski inszeniert ein neongetränktes Los Angeles mit aufgedrehtem Sättigungsregler. Doch so stark der Film zunächst loslegt, so spürbar verliert er im letzten Drittel an Momentum. Die Handlung wird träge, weniger originell und die Effekte lassen das verhältnismäßig kleine Budget durchblicken. Auch merkt man – passend zum langen Namen des Filmes – die ausgedehnte Lauflänge von 134 Minuten.
Trotz dieser Schwächen bleibt Good Luck, Have Fun, Don’t Die ein ungewöhnlicher Film. Verbinski schafft es, eine Geschichte über Technologieabhängigkeit zu erzählen, ohne sie nur als plumpes „Handys sind schlecht“-Pamphlet wirken zu lassen. Der Film schwankt bewusst zwischen Satire und ernst gemeinter Warnung. Mal wirkt er wie eine überspitzte Parodie unserer Bildschirmgesellschaft, dann wieder wie ein erstaunlich düsterer Blick auf eine Zukunft, in der selbst Trauer und Erinnerung zu Produkten geworden sind. Letztlich gaben 72 % der Sneak-Besucher*innen eine positive Bewertung, 35 % sogar eine sehr gute. Für mich persönlich bleibt am Ende die Entscheidung, meine Bildschirmzeit in den nächsten Wochen bewusst zu reduzieren.
Die deutsch-US-amerikanische Produktion startete am 12. März 2026 in den deutschen Kinos.