Bild: Martha Schoop
One night only – Ein Film, der eine (für die meisten Menschen) dystopische Vorstellung Realität werden lässt und daraus ein interessantes Gedankenspiel macht. Denn wie würdet ihr euch fühlen, wenn die Regierung euer Sexleben regulieren würde?
USA: New York 2026
Seit drei Jahren besteht in den USA ein landesweiter Bann von vorehelichem Geschlechtsverkehr. Eine Ausnahme gibt es allerdings: eine einzige Nacht im Jahr. Und in dieser Nacht wird gevögelt, was das Zeug hält. Jeder Single sucht sich eine passende Partner*in – und bei bereits vergebenen Paaren wie Owen und Malika sollte die Sache ja eigentlich klar sein. Könnte man zumindest meinen. Denn Owens Freundin zieht da nicht so wirklich mit. Owens festgefahrene Art geht ihr langsam, aber sicher auf die Nerven. Also begibt sich der charmante junge Mann alleine auf eine nächtliche Reise und begegnet dabei als Allererstes Allie – einer hübschen jungen Frau, die seit drei Jahren versucht, endlich etwas wirklich Bedeutungsvolles zu finden. Doch vielleicht ist das so ziemlich die schlechteste Nacht dafür?
Die erste Begegnung der beiden verläuft eher mittelmäßig, weshalb die Sache zwischen ihnen eigentlich schon gelaufen scheint. Eigentlich. Denn wie es sich für eine gute, klischeehafte Romcom gehört, laufen sich Owen und Allie im Laufe dieser Nacht immer wieder über den Weg. Und bei beiden scheint es mit der Partnersuche letztendlich doch nicht ganz so gut zu laufen, wie sie es sich zu Beginn des Abends vorgestellt hatten.
Schauspieler und Leistung
Owen, gespielt von Callum Turner, und die Oscar-nominierte Monica Barbaro als Allie sind eine wunderbare Besetzung für den Film. Beide entsprechen ziemlich genau dem Klischee einer typischen RomCom-Besetzung: attraktiv, sportlich und dabei unfassbar gut zueinander passend.
Bewertung und Empfehlung
Wenn wir vorher gewusst hätte, welchen Film wir uns da anschauen würden, wäre vermutlich keiner von uns freiwillig ins Kino gegangen. Aber genau das ist schließlich auch der schöne Charme einer Sneak Preview.
Nach anfänglicher Verwirrung und leichtem Entsetzen haben dann doch alle den Kinosaal mit einer überraschend guten Meinung verlassen. Wir haben den Film – hauptsächlich aufgrund der Tatsache, dass die Originalversion erst 30 Minuten später, also um 23 Uhr, begonnen hätte – auf Deutsch gesehen. Das hat für uns zwar einerseits den Cringe-Faktor deutlich erhöht, gleichzeitig aber auch den Spaßfaktor. Denn die Synchronisation ist, wie so oft bei deutschen Filmen, teils übertrieben und löst dadurch an manchen Stellen noch mehr Fremdscham aus.
Wenn man also einen filmisch großartigen Film mit ausgeklügelter Kameraführung und einer besonders durchdachten Handlung erwartet, ist man hier definitiv falsch aufgehoben. Aber wir waren uns einig: Man könnte seine Zeit definitiv schlechter verbringen!
Das spiegelt sich auch in den Bewertungen auf der Instagram-Seite wider. Auch wenn der Ersteller des Bewertungsposts offenbar leichte Schwierigkeiten mit Mathematik hat (39 positive und 39 sehr positive Bewertungen ergeben leider nicht 88, sondern eher 78 gute Bewertungen) kann sich das Ergebnis dennoch sehen lassen.
Kurz gesagt: Eine Empfehlung für alle, die keine Angst vor quatschigen, teilweise ziemlich cringen Filmszenen haben und gleichzeitig ein Faible für klassische RomCom-Klischees besitzen.