Hochschulpolitik

StuPa Live-Ticker #01 Staffel 61

By Sebastian Laubenstein und Jay Rudolf und 1 more

October 21, 2026

Herzlich willkommen zu unserem Ticker der konstituierenden Sitzung des 61. Marburger Studierendenparlaments.

Nach einer tumultösen Haushaltskrise und reger Nicht-Beteiligung im letzten Semester startet das StuPa an diesem regnerischen Mittwochabend (selbstverständlich verspätet) in die nächste Runde. PHILIPP ist selbstverständlich in dreifacher Ausführung vor Ort, um live zu berichten.

Bereits vor offiziellem Beginn der Sitzung gibt es technische Schwierigkeiten: Der Ilias-Order scheint – laut StuPa-Vorsitz – ohne VPN-Zugang nicht erreichbar zu sein. Unser lokaler Reporter stimmt dem nicht zu. Die Sitzung verzögert sich – selbstverständlich – noch mehr, da der BigBlueButton-Raum nicht von allen Parlamentarier*innen betreten werden kann. Es bleibt weiterhin spannend.

Ein Vertreter der Rechtsabteilung ist anwesend, um darauf hinzuweisen, dass das neue StuPa „schneller und besser ins Arbeiten“ kommen solle, um weiterhin die Funktionsfähigkeit der studentischen Selbstverwaltung zu erhalten. Auch die Hochschulverwaltung hätte „mit Erschrecken“ gelesen, dass aufgrund mangelhafter Anwesenheit Einzelner die Erfüllung der Aufgaben des StuPas nicht gesichert ist.

Um 18:36 wird die Sitzung mit nur knappen 20 Minuten Verspätung offiziell eröffnet und startet mit Disput. Es fehlen weiterhin Leute, die stimmberechtigt sind! Abgestimmt wird allerdings nichts, sondern nur die Anwesenheit kontrolliert. Trotzdem wird dem Problem die dringend nötige Aufmerksamkeit geschenkt.

Parallel wird den anwesenden Parlamentarier*innen das Wahlprinzip, welches sich über drei verschiedene Prinzipien erstreckt, erklärt. Inzwischen ist die Sonne draußen untergegangen. Ein Parlamentarier entscheidet sich nach schwerwiegenden technischen Problemen dazu, die lange Reise in die Biegenstraße nun doch anzutreten. Wir erfreuen uns am Spekulatius.

Erste Versuche, Kommunikation mit den Parlamentarier*innen im BBB-Room zu herzustellen, gestalten sich als schwierig – diese scheinen den meisten Teil der Eröffnung verpasst zu haben. Eine Live-Übersetzung der Sitzung ins Englische wird aufgrund von Zeitproblemen leider abgelehnt (aber ohne Wahl).

Die erste Abstimmung gilt der Erlaubnis eines Rederechts Dritter:Dafür: 18 (in Präsenz) + unbestimmt viele Parlamentarier*innen digitalDagegen: Anzahl der Stimmen wurde nicht gezählt

Weitere Verzögerung bis zum Beschluss der Geschäftsordnung

Aufgrund eines immer noch fehlenden Parlamentariers wird bereits vor der ersten inhaltlichen Wahl von verschiedenen Seiten mit Anfechtung gedroht. Es kommen nostalgische Gefühle im StuPa auf, aber der Parlamentarier der GRÜNE Hochschulgruppe Marburg – Das Original trifft zum Glück ein, bevor es zu Ausschreitungen kommen kann.

Florian von Semesterbeitrag RUNTER! trägt verschiedene neue Änderungen vor, die im StuPa beschlossen wurden. Unter anderem wird die Anzahl der benötigten anwesenden beschlussfähigen Mitglieder gesenkt und eine offizielle Uhrzeit fürs Sitzungsende festgelegt. Diese gilt aber (natürlich) nicht für heute.Es wird ausführlich darüber diskutiert, inwiefern die zeitliche Einschränkung sinnvoll ist.

Besonderes Streitthema ist die vorgeschlagene, allgemeine Einbindung des Umlaufverfahrens, welches bisher ausschließlich im Ausnahmefall verwendet wird. Im Umlaufverfahren werden Abstimmungen außerhalb von Sitzungen durchgeführt. Dies ermöglicht es, Beschlüsse durchführen zu können, ohne dass eine Sitzung einberufen werden muss. Dies ermöglicht insbesondere kurzfristige Beschlüsse. Dem wird entgegnet, dass dies die Diskussionskultur beenden würde, für die es überhaupt ein Parlament gebe. Das Umlaufverfahren solle nur im Notfall verwendet werden, bei akuten Themen, die nicht aufgeschoben werden können. Es wird mehr aktive Beteiligung von Seiten der Listen zur Sitzungsgestaltung gefordert, da diese auch Einfluss auf die zeitlichen Überschreitungen hätten.

Die Abstimmung zur Geschäftsordnung verschiebt sich noch weiter, da der vorherig erwähnte Parlamentarier Jan rausgegangen und nicht aufzufinden ist. Derweil wird sich gefragt, warum eine Abstimmung aufgrund einer einzigen Person trotz Beschlussfähigkeit nicht durchgeführt wird. Die technischen Probleme auf Open Slides scheinen gravierend zu sein. Abgestimmt wird gerade aber über BBB. Jan legt „provisorischen Einspruch“ aufgrund eines möglichen Verfahrensfehlers ein.  Auf Nachfrage, welche das sein sollen, wiederholt er nur, dass er „provisorisch Einspruch wegen möglichen Verfahrensfehler“ einlegt.

Abstimmung zur Geschäftsordnung:Dafür: 11 (in Präsenz) + 5 (online)Dagegen: 9Enthaltungen: 1Die Geschäftsordnung ist damit mit genau einer Stunde Verspätung angenommen.

Ein Parlamentarier verstand nicht, wie er über BBB abstimmen kann. Dafür muss ‘ja’, ‘nein’ oder ‘Enthaltung’ in den Chat getippt werden. Da aber ohnehin bereits die nötige Anzahl an Ja-Stimmen beisammen war, wurde dieses Anliegen nicht weiter in der Abstimmung berücksichtigt.

Die Abstimmung über die Annahme der vergangenen Protokolle erfolgt verhältnismäßig reibungslos. Mit 19 Ja-Stimmen, keiner Nein-Stimme und drei Enthaltungen sind diese offiziell angenommen.

Nun gibt es wegen eines Dringlichkeitsantrags des SDS eine Unterbrechung.

Es geht zunächst um eine Solidaritätsbekundung mit der Historikerin Prof. Dr. Christina Brüning, die zuletzt Opfer von rechtsextremistischen Morddrohungen wurde. Zudem sollen grundsätzlich adäquate Maßnahmen zum Schutz gegen rechte Attacken getroffen werden. Die Dringlichkeit wird damit begründet, dass dies vor der bundesweiten Themenwoche „Wissenschaft gegen Faschismus“ am 16. bis 20. November und der am folgenden Donnerstag stattfindenden studentischen Vollversammlung zu Rechtsextremismus beschlossen werden soll.

Endlich mal etwas Tempo bei den Abstimmungen

Der Antrag auf Dringlichkeit, d.h. dass der Tagesordnungspunkt zu der Stellungnahme sofort behandelt werden soll, wird abgestimmt und einstimmig angenommen. Wichtig: Dabei wird nicht der Antrag selbst, sondern nur die Aufnahme und sofortige Behandlung dessen in die Tagesordnung angenommen.

Die Abstimmung zur Behandlung des Rechenschaftsberichts und des StuPa-Vorstands findet mit 24 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und keinen Enthaltungen verhältnismäßig reibungslos statt.Die Abstimmung zur vorliegenden Tagesordnung wird mit 25-Ja Stimmen einstimmig angenommen.

Jetzt kommt die Wahl zum StuPa-Vorstand! Passend verabschiedet sich der Vertreter der Rechtsabteilung, der heute vermutlich seinen Glauben an die studentische Selbstverwaltung verloren hat. Bevor die Abstimmung überhaupt losgehen kann, wird nochmal darauf hingewiesen, dass technische Probleme beim Online-Wählen mitgeteilt werden müssen, da sonst nicht geholfen werden kann. Zwischendurch wird festgestellt, dass aufgrund einer Verwechslung die ganze Zeit eine Person wahlberechtigt war, die gar nicht hätte wählen dürfen. Wir sind perplex.

Die geheime Wahl zum StuPa-Vorstand verzögert sich, da zunächst das anonyme (und äußerst komplexe) Wahlsystem über OpenSlides erklärt wird.Der Vorstand erklärt das Prinzip der Quotierung: Mindestens die Hälfte des Vorstands muss mit FLINTA* Personen besetzt werden. Sollten im ersten Wahlgang, in welchem nur FLINTA* gewählt werden, keine Personen angenommen werden, geht es in den zweiten, im Zweifelsfall in den dritten Wahlgang. Wir hoffen innig, dass es nicht dazu kommen wird.

Jetzt gibt’s erst einmal eine längere Pinkelpause. Sobald es weitergeht und unsere Blasen leer sind, sind wir wieder für euch da.

Die Wahl des StuPa-Vorstands

Um 20:13 Uhr endet die Pause. Es gibt den letzten Aufruf, sich zum Vorstand des StuPas aufzustellen. Dieser Aufruf zieht sich ein wenig, da sich der Vorstand zunächst selbst aus dem BBB-Raum entfernen muss, um sogleich wieder beizutreten.

Folgende Personen stellen sich zur Wahl:Leonard (Rosa Liste, Vorstand), Armin (FS Medizin), Alexandra (FS Medizin), Lex (Rosa Liste), Dominic (SDS, Vorstand), Johannes (FS Medizin). Die Personen stellen sich vor, im Anschluss werden Fragen gestellt, unter anderem zur StuPa-Erfahrung der Kandidierenden und der optimalen Vorstandsgröße.

Da sich drei verschiedene Kandidat*innen aus dem FB Medizin zur Wahl aufgestellt haben, wird auch infrage gestellt, inwiefern diese Politik für die gesamte Studierendenschaft und nicht nur für die Medis machen wollen. Dem wird entgegengesetzt, dass solche Einseitigkeiten bereits in vergangenen Legislaturen vorgekommen seien und der StuPa-Vorstand nicht repräsentativ für die Politik des gesamten Parlaments wäre.

Johannes’ Aufstellung wird kritisch infrage gestellt, da dieser in der Vergangenheit wohl mit großen Wissenslücken bezüglich der vergangenen Lohnkürzungen aufgefallen ist. Dieser begründet seine damaligen Aussagen mit klausurbedingtem Stress. Das Physikum erfordere viel Hirnleistung.

Armin wird wegen bisheriger Unerreichbarkeiten gefragt, ob er sich diese Legislatur mehr einbringen kann. Er bittet bei der Befragung um einen Ausschluss der Öffentlichkeit, welche zunächst vom Vorstand geklärt werden muss. Die rechtliche Möglichkeit wird geprüft. Es kommt zu einer Unterbrechung, damit sich beraten werden kann.

Diskussion um die Arbeit des Finanzvorstandes

Da die Beratungspause sehr viel Zeit mit sich zieht, verzichtet Armin schlussendlich auf den Ausschluss der Öffentlichkeit.

Thematisiert wird erneut die Haushaltskrise des vergangenen Jahres, wobei vor allem die Frage der Schuldzuweisung angesprochen wird. Leonard zufolge wurde besonders der Finanzvorstand scharf kritisiert, wobei der allgemeine Vorstand –  in welchem auch Armin saß –  vergleichsweise gut davongekommen wäre.

Armin stimmt zu, dass die Haushaltskrise ein Thema des gesamten AStAs war und er damals eine andere Wahrnehmung der öffentlichen Kritik gehabt habe. Für die aktuelle Legislatur wünsche er sich mehr Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Vorständen, insbesondere in Hinblick auf gemeinsame Krisenbewältigung.

Laut Aussagen des Finanzvorstandes soll sich Armin jedoch im Zuge des Statements zur Haushaltskrise, welche von Finanzvorstand und allgemeinem Vorstand gemeinsam verfasst wurde, explizit gegen eine Unterschrift des allgemeinen AStA-Vorstands auf dem Dokument ausgesprochen haben. Die alleinige Verantwortung sei daher auf den Finanzvorstand abgewälzt worden. Er räumt dies als Fehler ein. 

Weiterhin wird, aufgrund von Armins Reaktionen und Antworten auf die Fragen (besonders seiner Verdrängung der Finanzkrise) gefragt, weshalb er überhaupt kandidiere, wenn er diese Themen eigentlich vermeiden wolle. Er begründet, dass sich diese Verdrängungen speziell auf das emotionale Thema der Haushaltskrise beziehe und er sich im StuPa und AStA auf die Zukunft und aktuelle Probleme konzentrieren wolle. Daraufhin wird ihm entgegengehalten, dass die Probleme des StuPas in der aktuellen und in künftigen Legislaturen vermutlich nicht kleiner werden würden. Armin entgegnet, dass er eine große Unterscheidung zwischen StuPa und AStA mache und aus seinen vergangenen Fehlern gelernt habe.

Jan hält die Befragung Armins für eine Art Kreuzverhör und kontert dabei mit Suggestivfragen und Vorwürfen gegen die anderen Kandidierenden. Des Weiteren wirft er in den Raum, dass die komplizierte Finanzkrise nicht innerhalb dieser einzelnen Sitzung erklärt und nachvollzogen werden könne und fragt, ob ihm Armin nicht zustimme. 

Der Vorstand weist darauf hin, dass die Fragerunde nicht als Befragung zur Haushaltskrise zu nutzen ist. Im Folgenden werden die Fragen gesammelt und dann zusammen beantwortet.

Frage 1: An alle Kandidierenden: Wo sehen sie die Probleme der letzten Legislatur und was wären Ziele, um solche Situationen zu vermeiden/verbessern?

Antwort 1: Es sei Leonard wichtig, dass Listen auch listenübergreifend im StuPa kommunizieren. Er appelliere an die Abgeordneten, keine Mauern zwischen den Listen zu bauen und dass auch über die Sitzungen hinausgehend Gespräche zwischen den Listen geführt werden, um den Verlauf der Sitzungen zu beschleunigen. Leonards Antwort wird, trotz des Verbots von Zwischenrufen, mehrmals von Kommentaren durch Jan unterbrochen.

Armin unterstütze den Wunsch auf mehr Kommunikation. Er wünsche sich mehr persönlichen Kontakt und weniger “diffamierende Instagram-Posts”.

Lex habe die Vorgänge im vergangenen Jahr verfolgt und sehe Probleme in der Kommunikation. Insbesondere habe Lex das Gefühl, dass einander kaum zugehört wird. Lex selbst sehe sich als sehr kompromissbereit und möchte dies bewusster angehen. Er ruft hierfür die Mitglieder der FS Medizin, die in der letzten Legislatur nicht anwesend waren, dazu auf, regelmäßig anwesend zu sein, damit dies gelingt.

Frage 2: An Alexandra und Johannes: „als Stupa-Vorstand ist man nur hier und leitet die Sitzung“ – Ist euch bewusst, dass der Stupa-Vorstand auch andere Sachen macht?

Antwort 2: Alexandra stellt fest, dass die Aussage nur auf die Sitzungen bezogen war, ihr sei auch der Arbeitsaufwand außerhalb der Sitzungen bewusst und sie sei bereit, diesen auf sich zu nehmen.

Frage 3: An alle Kandidierenden: Zu Beginn der letzten Legislatur habe die damalige Liste des Zusammenschlusses Unabhängiger Fachschaften dem aktuellen FB Medizin eine Geschäftsordnung zur Abschaffung von Rederecht und FLINTA*-Quote eingereicht. Wie ist die Einstellung dazu?

Antwort 3: Leonard sagt, die Quotierung und das allgemeine Rederecht seien eine sehr wichtige Sache. Leos subjektiver Perspektive nach seien die Sitzungen deutlich anstrengender geworden, seit keine Frau mehr im Vorstand die Sitzung mitleitet.

Lex greift ein aktuelles Phänomen auf. Das Erscheinen der Tradition, Familie, Privateigentum (Anti-Abtreibungsgruppe, die sich vor der Mensa positionierte) sei ein Problem. Quotierungen seien daher auch wichtig, um Diversität zu gewährleisten und sich dem Patriarchat entgegenzustellen.

Dominik merkt an, dass der einzige Weg, Kommunikation zu verbessern, die persönliche Interaktion sei – nicht über WhatsApp-Gruppen oder soziale Medien. Ebenfalls kritisiert er, dass das Thema der Quotierung innerhalb der Sitzung nur von Cis-Männern aufgemacht und geführt würde, ohne dass tatsächliche FLINTA*-Personen zur Sprache gekommen wären. 

Frage 4: An alle Kandidierenden: Wie versteht ihr euren Job als StuPa-Vorstand? Trotz zahlreicher aktueller Probleme (Wohnungsnot, Armut unter Studierenden, Rechtsruck etc.), wirke das Amt entpolitisiert. Die Interessen der Studierenden müssen vom StuPa realisiert werden –  Wie lange wollt ihr euch mit Geschäftsordnung und Satzung beschäftigen und wie viel Wert legt ihr auf Politik?

Die Frage aus der SDS ruft Empörungen, Gelächter und nicht-genehmigte Zwischenrufe von Seiten der FS Medizin/ Semesterbeitrag RUNTER! hervor, diese wirken besonders von der letzten Frage sehr aufgebracht.

Antwort 4: Leo antwortet, die Politisierung der Studierenden sei generell wichtig und müsse durch die Debatte im Parlament gestärkt werden. Sie liege zwar nicht direkt beim Vorstand, müsse durch diesen jedoch unterstützt werden.

Die Redeliste wird einstimmig geschlossen. Die folgenden Fragen sind die letzten zugelassenen für diese Befragung. Jan, Mark, Lukas dürfen noch reden.

Frage 5: Welche der Kandidierenden haben heute bei der Verabschiedung der Geschäftsordnung für bzw. gegen diese gestimmt, und damit, weil die Quotierung dort inkludiert war, gegen die Quotierung gestimmt?

Antwort 5: Dominik sagt, dass bei einer Ablehnung des Antrags die alte Geschäftsordnung aktiv geblieben wäre und somit beide Wahlmöglichkeiten an der Quotierung nichts geändert hätten. 

Frage 6: Wie kam es zur kurzfristigen Bewerbung von Armin und Alexandra?

Antwort 6: Armin habe Zeit zum Entscheiden gebraucht, insbesondere angesichts der Ereignisse der letzten Tage, da ein fristgerecht eingereichter Antrag vom StuPa-Vorstand nicht genehmigt wurde. Armin wolle weniger Kommunikation über diffamierende Instagram-Posts und mehr Gespräche auf Augenhöhe.Alexandra räumt ein, dass sie wenig Erfahrung im StuPa hat. Allerdings habe sie bereits in vielen verschiedenen anderen Gremien und Kommissionen mitgearbeitet und könne diese Erfahrung mitbringen und übertragen. Johannes beklagt Vorwürfe gegen seine Liste; ihnen seien Worte in den Mund gelegt worden.

Damit endet die lange und äußerst unübersichtliche Fragerunde endlich.

Jan beklagt derweil, dass nicht-deutschsprachige Studierende der Sitzung nicht folgen können und demnach ein Ausschluss vorliegen würde.

Nun endlich die richtige Wahl – hoffentlich

Eine Testwahl soll nun stattfinden, um vor der eigentlichen Wahl die technische Funktion zu überprüfen. Leider hat niemand die Berechtigung, auf der digitalen Plattform tatsächlich abzustimmen.

Nun wurde dieser Fehler behoben. Die Ergebnisse der Testwahl lauten: 

Dreikäsehoch: 16 StimmenStuPa: 9 StimmenVerschlimmbessern: 5 StimmenDamit ist „Dreikäsehoch“ Gewinner dieser Testwahl zum StuPa-Vorstand.

Es gibt eine weitere Unterbrechung, da im digitalen Wahlportal nicht nachvollzogen werden kann, ob Personen mehrfach oder auch Nicht-Wahlberechtigte abstimmen können. Daher müssen andere Lösungen gefunden werden.

Dominik: „Are there any objections?“ – Kurzes Schweigen, dann: Ein Handy-Klingelton geht los. Diese kleine Stimmungsaufhellung ist angesichts der fortgeschrittenen Uhrzeit bitter nötig.

Es folgt mit etwa drei Stunden Verspätung die Abstimmung über die FLINTA*s Alexandra, Lex und Leonard für den StuPa-Vorstand:

Oder auch nicht, denn die Wahl sagt „Error“.

Nun, da endlich alle technischen Probleme behoben wurden und Nachfragen zu den einzelnen Wahloptionen beantwortet wurden, folgen die Ergebnisse.

Es bricht Jubel aus, nachdem festgestellt wurde, dass alle erfolgreich abgestimmt haben.

AlexandraJa: 23Nein: 3Enthaltung: 4

LexJa: 13Nein: 7Enthaltung: 8

LeonardJa: 21Nein: 0Enthaltung: 7

Da sie die Wahl angenommen haben, sind Alexandra und Leonard somit als FLINTA*-Personen des StuPa-Vorstandes gewählt.

Es werden nun aufgrund der 50%-Quotierung maximal zwei weitere nicht-FLINTA*-Personen in den Vorstand gewählt:

ArminJa: 18Nein: 12Enthaltung: 0

JohannesJa: 20Nein: 8Enthaltung: 3

DominikJa: 14Nein: 9Enthaltung: 6

Da Johannes und Armin die Wahl annehmen, ist der StuPa-Vorstand, bestehend aus Alexandra, Leonard, Johannes und Armin, nun erfolgreich gewählt.

Intermezzo durch Eilantrag

Yusuf (SDS) beantragt, den Dringlichkeitsantrag vorzuziehen und die weiteren Wahlen erst anschließend durchzuführen. Dies wird ohne Gegenrede angenommen. Er appelliert an die Freiheit der Wissenschaft und deren Einsatz für die Demokratie. Statt Klausuren und Anwesenheitspflicht seien Projektstudien als Prüfungsformen vorzuziehen. Stress durch Bürokratie und Nebenjobs mache das Studium zu einer Phase, die vor allem schnell bewältigt werden müsse, anstatt daraus eine Möglichkeit zur persönlichen Weiterbildung zu machen. Daher solle eine Projektwoche eingerichtet werden, die Debatten zu diesen Themen ermöglicht.

Es folgt ein erfolgreicher GO-Antrag auf Beendigung des Tagesordnungspunktes, sodass sofort zur Abstimmung fortgeschritten werden kann. Mit überwältigender Mehrheit von 28 Stimmen wird der Eilantrag angenommen.

Um 22:50 Uhr geht es weiter mit den Rechenschaftsberichten. Diese sollen an das gesamte Parlament geschickt werden, sodass sie für alle einsehbar sind. Dominik, welcher das Referat für Hochschulpolitik innehat, erläutert seine Aufgaben.Das Referat gegen Antisemitismus könne heute aus nicht näher erläuterten Gründen nicht erscheinen und keinen Rechenschaftsbericht persönlich abgeben.Die Hilfskraftinitiative erkämpft weiterhin einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte. Sie war bei diversen Veranstaltungen in ganz Deutschland zum Vertreten der eigenen Interessen, war jedoch auch in Marburg regelmäßig präsent.Für weitere Nachfragen sind die Anwesenden mittlerweile wohl zu müde.

Der AStA-Vorstand kümmerte sich um die Organisation des AStA-Open Air, Unterstützung einer Veranstaltungsreihe und Übernahme der „üblichen administrativen Aufgaben“. Eine neue Dienstvereinbarung wurde nach diversen Gesprächen mit den Beschäftigten ebenfalls abgeschlossen

Der Finanzvorstand hat sich um Anträge der Fachschaften für OE gekümmert sowie die autonomen Tutorien. Ebenfalls wurde ein Haushalt eingereicht, der allerdings sehr lange vertagt wurde. Ebenfalls schufen sie eine neue Stelle für Öffentlichkeitsarbeit, bei der unter anderem ein Corporate Design und ein Newsletter erarbeitet werden.

Es gibt eine Nachfrage zur Abrechnung des Jahres 2025 und den damit verbundenen Haushaltsentwurfs. Der Buchhalter habe die Zahlen überprüft und sie seien bereit für eine Veröffentlichung. Die Zahlen für 2026 liegen bereits bis Mai vor.

Das Umweltreferat reicht seinen Bericht nach.

Leonard spricht ein großes Dankeschön an alle aus, die in den Vorständen gearbeitet haben, besonders angesichts der schwierigen Personalsituation. Es folgen Komplimente einiger Parlamentarier*innen für den aktiven AStA-Vorstand sowie den Finanzvorstand – sie hätten ihre Arbeit außerordentlich gut erledigt. So viel Zeit muss sein; das hält auch die Moral hoch.

Es folgt noch eine Frage zur Öffentlichkeitsarbeit des AStAs. Denn dieser habe durch einen Repost einer Anklage gegen die spärliche Anwesenheit der FS Medizin sein Neutralitätsgebot verletzt. Das Problem sei, dass sehr viele Leute Zugriff auf den Instagram-Account des AStAs hätten und kaum zu überblicken sei, wer für einen Post verantwortlich sei. Der angesprochene Repost sei jedoch auch eine Bestätigung eines vorigen AStA-Statements gewesen. Sie geloben hier eine Reform.

Yusuf führt ein Tucholsky-Zitat an, welches das Gegenteil dessen beschreibt, wie der AStA-Vorstand gearbeitet hat:

„Die Zentrale weiß alles besser. Die Zentrale hat die Übersicht, den Glauben an die Übersicht und eine Kartothek. In der Zentrale sind die Männer mit unendlichem Stunk untereinander beschäftigt, aber sie klopfen dir auf die Schulter und sagen: ‚Lieber Freund, Sie können das von Ihrem Einzelposten nicht so beurteilen! Wir in der Zentrale … ‘Die Zentrale hat zunächst eine Hauptsorge: Zentrale zu bleiben. Gnade Gott dem untergeordneten Organ, das wagte, etwas selbständig zu tun! Ob es vernünftig war oder nicht, ob es nötig war oder nicht, ob es da gebrannt hat oder nicht –: erst muß die Zentrale gefragt werden. Wofür wäre sie denn sonst Zentrale!“

Nach dieser kleinen literarischen Erleuchtung folgt eine Stellungnahme des AStAs zur politischen Arbeit und Organisation gemeinnütziger Veranstaltungen.

Wird nun endlich der AStA-Vorstand entlastet?

Leonard: „Wisst ihr noch, ob ihr da seid?“Also ich glaube, ich weiß es in meinem Fall nicht mehr. Schlaf wird aber ohnehin überbewertet. (Anm. d. Red.)Scheinbar sind aber immer noch genug Leute da, obwohl sich die Reihen in den letzten anderthalb Stunden stark gelichtet haben.

Glücklicherweise finden sich mit 18 Ja-Stimmen genügend Personen für die Entlastung des AStA-Vorstands.

Es sollen die Wahlen der Ausschüsse folgen; diese gingen schnell, so Leonard (Beginn 23:31 Uhr).

Wahlausschuss:Eigentlich hat keine Liste Leute außer der Linken Liste Marburg mit Daniel. Die Grüne Hochschulgruppe Marburg ist soeben der Sitzung entflohen sowie diverse andere, die bereits länger abwesend sind.Es können jedoch auch noch Anträge nachgereicht werden.

Rechnungsprüfungsausschuss:Die Rosa Liste entsendet Leonard. Aufgaben seien unter anderem noch die Prüfung der Haushalte von 2019/20, 21, 22, 23, 24 und 25. Die Linke Liste Marburg entsendet erneut Daniel. Die anderen Listen entsenden noch niemanden.

Härtefallausschuss: Nach einer kurzen Erläuterung der Aufgaben dieses Ausschusses kann die Wahl vorbereitet werden. Diverse Leute versuchen nun ihre Qualifikationen für diesen Ausschuss hervorzuheben. Diese sind:Ariane (SDS), Jens (SDS), Thore (SDS), Dominik (SDS), Linus (keine Liste), Wim (Semesterbeitrag RUNTER!).

Mittlerweile haben wir Mitternacht und kein Ende ist in Sicht.

Die Ergebnisse der Wahl lauten Ja/Nein/Enthaltung:

Ariane: 17,1, 3 gewählt   Jens: 16,1,3 gewähltThore: 18, 0, 3 gewähltDominik: 14, 4, 3 nicht gewähltLinus: 18, 1, 2 gewähltWim: 10, 7, 3, nicht gewählt

Widerspruchsausschuss:Das StuPa entsendet eine Person in den Ausschuss. Diese wird gelost. Hier werden insgesamt drei Personen gelost. Zwei FLINTA* und eine nicht-FLINTA*. Diese werden so ausgewählt, dass die Parlamentarier*innen mit den meisten Legislaturen in den Lostopf kommen. Da es hier welche mit derselben Legislatur-Anzahl gibt, muss auch hier gelost werden.

Für die nicht-FLINTA*s: David versus Urs nach Los.David wurde gelost.

Und die FLINTA*s: Zwei Personen werden aus fünf gelost. Dilsad und Thore werden erwählt.