Hochschulpolitik

Zehn Wege, um die Uni Marburg zu retten

By Philipp Müller

October 20, 2026

Foto: Hydro / Wikimedia Commons, CC BY 3.0. Für die Collage bearbeitet. Originalbild, Collage: Nelli Lindner

Nachdem Marburg jetzt doch keine Exzellenzuni geworden ist , die hessische Landesregierung jedes Jahr mehr Gelder für die Universitäten des Landes kürzt und die Studierendenzahlen immer weiter zurückgehen, scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis unsere geliebte Universität weggekürzt wird. Um sich gegen diese dystopische Zukunft zu stemmen, hat Philipp zehn Wege gefunden, wie die Schließung der Uni verhindert werden kann.

Hinweis: Dieser Beitrag ist rein satirisch und soll nicht zu Gewalt, Drogendelikten, Landesverrat, Hochverrat oder anderen Straftaten aufrufen.

Lehrveranstaltungen selbst übernehmen

Die beste und einfachste Methode der Aufbesserung der Finanzen der Universität besteht wohl darin, ihre Ausgaben zu senken.  Der einfachste Weg wäre hier, die Kosten für den Lehrkörper zu senken, indem wir die Lehrveranstaltungen selbst halten. So schwierig kann das ja schließlich nicht sein, wenn man sich die Qualität mancher Veranstaltungen anschaut.  

Vorteile: Vollkommen legal; mehr Kontrolle über die Lehrinhalte; macht sich gut im Lebenslauf

Nachteile: Ziemlich viel Aufwand

Dinge an Politiker*innen wie Jens Spahn verkaufen

Ob es Masken oder Mautsysteme sind: Politiker*innen kaufen gerne Dinge. Warum verkaufen wir dann nicht einfach Dinge an Politiker*innen? In der aktuellen politischen Situation wäre zum Beispiel der Verkauf von Benzin und Diesel an Katharina Reiche denkbar, wobei man auch „richtig dicke Bretter“ an Jens Spahn verkaufen könnte. Der Kreativität sind definitiv keine Grenzen gesetzt.

Vorteile: Hervorragende Übung für Wirtschaftswissenschaftler*innen; Vollkommen legal; Mit Glück wird man entsprechende Politiker*innen los

Nachteile: Man braucht ausreichend Connections in die Politik

Drittmittel eintreiben

Am Beschaffen von Drittmitteln scheitern unsere Professor*innen zwar regelmäßig, aber vielleicht machen die es einfach falsch. Um größere Erfolge als diese zu erzielen, könnte man sich zum Beispiel überlegen, dem Rat von Al Capone zu folgen: „Mit einem freundlichen Wort und einer Pistole erreicht man mehr als mit einem freundlichen Wort allein“.

Vorteile: Von Universität und Regierung bevorzugter Weg

Nachteile: Von Universität und Regierung bevorzugter Weg

Banküberfall

Drittmittel mal anders. Banküberfälle sind schließlich ein Klassiker, welchen schon Stalin zur Finanzierung der Russischen Revolution anwandte. Dass wir nach Frankfurt nur eine Stunde brauchen, scheint hier fast schon ein Zeichen des Himmels zu sein. Und ob den Frankfurter Banken das Geld vom Finanzamt oder von uns abgenommen wird, macht am Ende auch keinen Unterschied.

Vorteile: Erprobte Methode (funktioniert garantiert); Aufwand hält sich in Grenzen; kann als antikapitalistischer Kampf durchgehen

Nachteile: Ich weiß nicht, wie man einen Tresorraum aufbricht

Drogenproduktion

Mit Frankfurt hat man einen hervorragenden Absatzmarkt direkt vor der Haustür und die Chemie in Marburg soll meines Wissens nach gut ausgestattet sein. Warum man diese Standortvorteile nicht schon früher genutzt hat, ist mir schon lange ein Rätsel, aber lieber spät als nie. Lässt sich auch hervorragend mit dem Verkauf von Dingen an Politiker*innen kombinieren.

Vorteile: Chemiker*innen können Praxiserfahrung sammeln; Drogen in Deutschland würden wesentlich sicherer werden; Man kann großartige Trips mit seinen Freunden erleben

Nachteile: Mit Pech steht auf einmal das US-Militär in Marburg

Russisches Spionagezentrum in Marburg errichten

Seit der Schließung des Russischen Hauses fehlt dem russischen Staat eine Basis für seine Spionagetätigkeiten in Deutschland. Diese Chance muss man eigentlich nutzen. Wir bieten der russischen Regierung einige Räumlichkeiten in Marburg als Ausgangspunkt für Spionage an und kassieren dafür eine saftige Miete.

Vorteile: Kaum Aufwand; potenzielle neue Destinationen fürs Auslandssemester; günstigen Vodka kann man sicher auch in den Mietvertrag schreiben

Nachteile: Lowkey etwas unmoralisch

Wiesbaden einnehmen

Wenn uns das Land nicht mehr Geld gibt, dann holen wir es uns eben selber. Zu Beginn könnte man eine Weile protestieren. Falls das nichts bringt, nehmen wir einfach das Wissenschaftsministerium ein. Spätestens wenn wir den gebürtigen Marburger Willi Weitzel zum Kultusminister machen, sollte der hessischen Bildungspolitik eine neue Blüte bevorstehen.

Vorteile: Wäre nicht nur für Marburg gut; Politiker*innen würden spüren, dass ihr Handeln Konsequenzen hat; Mainz könnte seine verlorenen Stadtteile zurückbekommen

Nachteile: Wir müssten alle nach Wiesbaden

Marburger Unabhängigkeitserklärung

Das sollte selbsterklärend sein. Marburg erklärt sich einfach für unabhängig, wodurch uns die Entscheidungen des hessischen Wissenschaftsministeriums nicht mehr betreffen. Marburg kann die Uni danach einfach selber betreiben.

Vorteile: Wir werden die CDU-Regierung los; Universitätsstaat Marburg hört sich sehr cool an; Mit dem Landgrafenschloss haben wir sogar schon einen hervorragenden Regierungssitz

Nachteile: Ich habe nicht durchgerechnet, ob wir das Geld dafür tatsächlich haben

Gießen zerstören

Wir marschieren in Gießen ein, zerstören die Stadt und alle Gießener Studis müssen nach Marburg. Durch diesen plötzlichen Anstieg der Studierendenzahlen müsste uns das Land mehr Geld geben. Problem gelöst.

Vorteile: Es finden sich sicherlich genug freiwillige Marburger*innen; In Marburg ist durch den Bevölkerungsanstieg auf jeden Fall was los; Wir befreien die Welt von Gießen

Nachteile: Keine

Massenexmatrikulation

Zugegebenermaßen klingt das etwas kontraproduktiv, aber hört mir zu. Die Uni Marburg ist durch internationales Recht geschützt. Falls die Uni Marburg jemals aufgelöst werden sollte, hätten Schweden und Frankreich das Recht, einzumarschieren, um die Auflösung der Uni zu verhindern.

Wenn wir uns alle exmatrikulieren (und vorher in Schweden und Frankreich Bescheid sagen) können wir die hessische Landesregierung sicherlich überraschen. Nach diesem Exempel würde es niemand mehr wagen, die Uni Marburg aufzulösen.

Vorteile: Das Zentrum für Konfliktforschung könnte Studis endlich Praxiserfahrung vermitteln; Marburg würde weltweit in den Schlagzeilen stehen; Mein Geschichtsstudium hätte tatsächlich etwas gebracht

Nachteile: Mit Pech werden wir am Ende von Franzosen regiert. 

(Lektoriert von fdh und nag.)