Kultur

UNRAP: Eine Bühne für Rap, Community und neue Stimmen

By Yaren Eroglu

June 09, 2026

Foto: Marieke Hohgraefe

Rap braucht Bühnen und genau so einen Raum schafft UNRAP. Statt Konkurrenz und Ellenbogenmentalität stehen hier Austausch, Gemeinschaft und die Liebe zur Musik im Mittelpunkt. Drei Acts bekommen jeweils 30 Minuten Zeit, ihre Songs zu performen und das Publikum mitzunehmen. Gerade in kleinen Städten sind solche Veranstaltungen wichtig, denn für Hiphop-Kultur gibt es oft nur wenige Orte, an denen sie sichtbar und hörbar werden kann.

Dabei geht es um mehr als nur Musik. Hiphop ist aus marginalisierten Räumen entstanden. Es kommt von Communities, die sich Gehör verschaffen mussten, weil ihnen gesellschaftlich oft kein Platz gegeben wurde. Hip-Hop entstand in den 1970er-Jahren in der Bronx in New York, vor allem innerhalb Schwarzer und lateinamerikanischer Communities. Künstler*innen und Jugendliche nutzten Rap, DJing, Breakdance und Graffiti als kreative Ausdrucksformen, um auf soziale Ungleichheit, Armut und Ausgrenzung aufmerksam zu machen und sich selbst Räume zu schaffen, die ihnen gesellschaftlich oft verwehrt wurden. Umso bedeutender sind Veranstaltungen wie UNRAP in Städten wie Marburg, die häufig als eher elitär und wenig divers wahrgenommen werden. Solche Bühnen schaffen Sichtbarkeit, Begegnung und einen Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen können.

Ein Abend mit besonderer Atmosphäre

Schon zu Beginn des Abends war die Stimmung sehr aufregend. Das Publikum war offen, aufmerksam und voller Energie. Man hatte das Gefühl, dass alle einfach eine gute Zeit miteinander haben wollten. Genau das machte den Abend so besonders: die entspannte Atmosphäre und das gemeinsame Genießen und Feiern der Musik.

C Roc eröffnet den Abend

Den Auftakt machte C Roc aus Gießen. Zunächst allein auf der Bühne, schaffte er mit seiner ansteckenden Energie sofort, das Publikum mitzureißen. Songs wie „zu fremd“ oder „in meiner zone“ sorgten direkt für Stimmung und machten klar, dass der Abend intensiv werden würde. Später kam Ghostboy AV als Feature dazu und die beiden performten gemeinsam weiter. Besonders das Zusammenspiel der beiden brachte noch einmal zusätzlich Dynamik auf die Bühne.

Zwischen Pop, Rock und Hiphop: Francey

Nach einer kurzen Pause ging es mit Francey weiter. Ihr Set war vielseitig und bewegte sich zwischen Pop, Rock und Hiphop. Inhaltlich ging es in ihren Songs um große Träume, Enttäuschungen und nostalgische Erinnerungen an die Jugend der 90er. Durch diese Mischung wirkte ihr Auftritt gleichzeitig persönlich und energiegeladen und brachte noch einmal eine ganz andere Atmosphäre in den Abend.

Club-Vibes zum Abschluss mit 7racks

Zum Abschluss trat 7racks bereits zum zweiten Mal bei UNRAP auf. Die Gruppe verwandelte den Raum endgültig in eine kleine Clubshow. Vor allem dadurch, dass mehrere Personen gleichzeitig auf der Bühne standen, entstand eine ganz andere Dynamik: Die Energie sprang sofort auf das Publikum über und sorgte für Club-Vibes. Viel Bewegung und eine starke Bühnenpräsenz machten den Abschluss des Abends besonders intensiv. Als Feature holten sie noch den Kölner KidRick auf die Bühne und performten gemeinsam Songs. Das Publikum ging noch einmal komplett mit und der Auftritt zeigte deutlich, wie viel Potenzial und Leidenschaft in der lokalen Rap-Szene steckt.

Mehr als nur ein Konzert

UNRAP zeigt, wie wichtig solche kulturellen Räume sind. Nicht nur für Künstler*innen, die sonst oft wenig Möglichkeiten haben aufzutreten, sondern auch für das Publikum. Denn am Ende geht es nicht darum, wer am besten performt hat, sondern darum, gemeinsam einen Ort zu schaffen, an dem Musik, Community und gegenseitiger Support im Mittelpunkt stehen.

Mehr von den Artists findet ihr auf Instagram

@siebenracks

@kidrickabi

@cozy.roc

@youfranceyhuh

@ghostboyav

(Lektoriert von jru und nag.)