Wie ja allgemein bekannt ist, hat man in den Semesterferien nichts zu tun und muss irgendwie die Zeit totschlagen. Um dieser Langeweile zu begegnen – und weil die Satzung es uns vorschreibt – tagt die FSK auch noch in den Semesterferien. Doch einem Vertreter der Fachschaft (FS) Physik scheint das nicht genug zu sein; er schaut direkt vor mir Lego Ninjago. Anscheinend sind die Berichte, das Positionspapier zur Marburg-WG und die drei Sondermittelanträge nicht spannend genug. Mit den obligatorischen 10 Minuten Verspätung will der Vorstand gerade die Sitzung eröffnen, da kommen noch einige Vertreter der Fachschaft Physik mit einem Einkaufswagen samt Kasten Bier in den Hörsaal und unterbrechen die Eröffnung. Es beginnt also vielversprechend.
Was Fachschaften machen und gemacht haben
Nach einer kurzen Abstimmung über die Tagesordnung und die letzten Protokolle darf sich das Green Office vorstellen. Sie erzählen, dass sie sich normalerweise mit Nachhaltigkeit und ähnlichen Themen beschäftigen. Sie sind aber nicht dafür hier, sondern weil sie für das Uni-Jubiläum gerne eine Ausstellung über die Errungenschaften von Studierendenkämpfen seit 1968 machen würden. Dafür brauchen sie jedoch die Hilfe der Fachschaften. Evelyn findet das super, da sie das sowieso vorhatte. Die Fachschaft Geschichte will zudem ihre Expertise und ihr Fachschaftsarchiv zur Verfügung stellen. Währenddessen klaut sich AStA-Finanzvorständin Viktoria das zweite Mikrofon und will es partout nicht zurückgeben. Es wird ihr trotzdem weggenommen.
Es dürfen nun die Fachschaften berichten. Aufgrund der Klausurenphase haben viele Fachschaften seit der letzten FSK jedoch recht wenig gemacht, weswegen viele Berichte nur sehr kurz ausfallen. Die FS Pharmazie hat sich trotz der Klausurenphase nicht davon abhalten lassen, mit ihren Professoren über die Schwierigkeit ihrer Klausuren zu sprechen. Denn während die Professoren sagen, die Klausuren seien gut zu schaffen, halten die Studierenden sie für viel zu schwierig. Außerdem versprechen sie, sich in Bezug auf ihre Finanzen bessern zu wollen. Und angesichts ihres letzten Haushalts, inklusive Hinterziehung von Geldern, Anmeldung von unsinnigen Abrechnungen und vielem mehr (siehe Haushaltssitzung) ist das auch wirklich nötig.
Die FS Geschichte war hingegen nicht trotz, sondern wegen der Klausurenphase sehr produktiv. Sie scheinen aufgrund des „hohen Prokrastinationsdrucks“ ihr nächstes Semester und die entsprechenden Projekte bereits durchgeplant zu haben. Prokrastination scheint auch der Grund für die Anwesenheit des Vertreters der FS Soziologie zu sein. Er muss nämlich am nächsten Tag seine Bachelorarbeit abgeben.
Existieren Fachschaften überhaupt?
Daraufhin berichtet Evelyn zum letzten Mal aus dem FSK-Vorstand, da sie als neue studentische Vizepräsidentin bald aus dem Amt scheidet. In der FSK-Ausleihe fehlen anscheinend zahlreiche Kabel, die der Vorstand gerne zurückhätte. Ansonsten müssten neue angeschafft werden. Zudem wurde das Kabel der Musikbox gegen ein längeres ausgetauscht. Technisch gesehen ist das erstmal kein Problem, aber leider passt das längere Kabel nicht in den Koffer, weswegen dieser jetzt nicht mehr zugeht. Falls das kürzere Kabel nicht mehr gefunden wird, muss also entweder ein Kabel oder ein Koffer nachgekauft werden. Unter dem Unterpunkt „Finanzen“ erklärt uns Evelyn danach, wie wir Rechnungen mit Belegen einreichen sollen. Um uns dies anschaulicher zu erklären, hat sie zudem ein Bild gemalt.
Außerdem hatte der Vorstand ein Gespräch mit der Taskforce für KI. Die Vertreter werden gefragt, ob wir uns über KI austauschen wollen. Es ist zwar fast niemand dafür, aber trotzdem tun wir es danach. Letztendlich sollen die Fachschaften aber nochmal intern besprechen, wie sie KI sehen, und danach etwas dazu schreiben. Am Ende des sehr umfangreichen Berichts versucht Evelyn noch, uns für die Wiederbelebung des „Forums Lehramt“, einem Austausch- und Vernetzungsgremium für Lehramts-Studis, zu motivieren. Das ist zwar gut gemeint, aber durch die Art der Präsentation wirkt es eher, als würde Evelyn ihren großen bösen Plan namens „Make Forum Lehramt Great Again“ präsentieren, durch welchen sie zuerst die Herrschaft an der Universität und danach der ganzen Welt an sich reißen will. Keine Ahnung, ob das tatsächlich so ist, aber ich würde mitmachen.
Es folgt der Bericht von AStA-Finanzvorständin Viktoria. Im Vorstand sei gerade nicht viel los. Sie habe sich aber mit Evelyn zusammengesetzt um ein „How to Fachschaftsfinanzen“ zu verfassen. Diesen Leitfaden will sie uns nun erklären. Das scheint sehr lange zu dauern, weswegen es einen spontanen Versuch zur Redezeitbegrenzung gibt. Dieser Versuch scheitert jedoch und Viktoria darf anfangen. Nach 30 Minuten Ausführungen, in welchen wir unter anderem erfahren, dass Fachschaften eigentlich gar nicht existieren, die GEMA uns aber trotzdem finden und verklagen kann, werden 15 Minuten Pause ausgerufen.
Zuletzt darf noch StuPa-Vorstand Dominik von der vergangenen Sitzung berichten. Da aber nicht viel Nennenswertes passiert ist und er den vorherigen Berichten nichts Neues hinzuzufügen hat, fällt dieser Bericht sehr kurz aus.
Ein bisschen Wahl und viel mehr Technikchaos
Nach zwei Stunden voller Berichte geht es nun also mit zwei Wahlen weiter. Zuerst muss erneut der Wahlprüfungsausschuss gelost werden. Denn leider hat man in der letzten Sitzung vergessen, die Stellvertreter für diesen Ausschuss zu bestimmen. Erneut wird also der Random-Number-Generator befragt und die drei Glücklichen dürfen ihr E-Mail-Adresse beim Vorstand angeben.
Nach dieser recht komplikationslosen Entsendung folgt die Wahl eines Vertreters für das EU-Peace Students-Council. Denn Evelyn, welche bisher diesen Posten innehatte, muss ihn aufgrund ihrer Wahl zur Studentischen Vizepräsidentin abgeben. Glücklicherweise hat sich schon eine Person dafür gefunden. Kami aus der Fachschaft Bildungswissenschaften stellt sich in der Folge kurz vor. In der Fragerunde finden wir heraus, dass sein Lieblingsvogel das Rotkehlchen ist und dass er noch keine Hochschulerfahrung hat, da er Ersti ist. Die Abstimmung soll eigentlich per Ilias stattfinden, da so auch die online zugeschalteten Vertreter*innen geheim abstimmen können. Leider ist fast niemand im entsprechenden Ilias-Ordner der FSK, weswegen erstmal alle den entsprechenden Ordner finden und ihm beitreten müssen. Dieser Prozess wird natürlich durchgehend von verschiedensten technischen Problemen behindert, was die Gesamtsituation noch chaotischer macht. Als das geschafft ist und alle denken, dass wir weitermachen können, gibt es auf einmal eine Meldung aus dem Off: Die online zugeschaltete FS CultureClub hat aus Versehen doppelt abgestimmt. Es wird also eine weitere Abstimmung erstellt und alle stimmen nochmal ab. Nach extrem viel vergangener Zeit wird Kami also endlich gewählt und wir können mit einem Tagesordnungspunkt weiter machen, der hoffentlich ein wenig schneller geht.
Alles über die Marburg-WG und noch viel mehr
Oder aber auch nicht. Denn einmal mehr geht es um die Marburg-WG. Dazu haben zwei Mitglieder der FS CultureClub ein Positionspapier geschrieben. Und weil wir das erste Papier nicht gut fanden, haben Evelyn, Marvin aus der FS Physik und ich ein anderes Papier geschrieben. Zuerst einmal bekommen wir also fünf Minuten Lesezeit pro Papier. In der folgenden Diskussion geht es hin und wieder mal um das eigentliche Thema. Vor allem geht es aber um Fragen wie „Was soll Marketing?“, „Ist Marburg eine Studierendenstadt?“ und „Was wurde eigentlich wie als Antrag gestellt?“. Als man nach weit über einer Stunde Diskussion – es ist inzwischen 0:20 Uhr – endlich über den Antrag abstimmen will, fällt auf, dass gerade niemand mehr einen Überblick hat, welcher Antrag jetzt wie zu behandeln ist und welcher Änderungsantrag welche Antragsversion zu betreffen hat. Dank Dominiks schier endlosem Wissen über Satzungen und wie sie funktionieren, kann aber auch dieses Rätsel letztlich gelöst werden. Nach anderthalb Stunden kann auch dieser Tagesordnungspunkt endlich geschlossen werden.
Geld für die Welt – aber nicht für Lastenräder
Und obwohl es inzwischen schon nach halb eins ist, müssen immer noch drei Sondermittelanträge behandelt werden. Glücklicherweise (das klingt zwar fies, aber es ist einfach schon verdammt spät) ist einer der Anträge formell nicht richtig und muss somit nicht behandelt werden. Zuerst wird der zweimal verschobene Antrag der FS Geographie auf ein Lastenrad behandelt. Für diesen Antrag haben sie sogar eine Präsentation vorbereitet, in der sie das Konzept erklären. Sie wollen das Lastenrad nämlich nicht nur für sich, sondern es der gesamten Studierendenschaft zu Verfügung stellen. Viktoria erkundigt sich in der anschließenden Diskussion darüber, warum der Standort eines Lastenrads für alle in der Geographie denn so gut sei. Schließlich habe der AStA bereits zwei Lastenräder, die noch zentraler ständen. Nach 20 Minuten Diskussion wird schließlich die Redeliste geschlossen. In der folgenden Abstimmung wird tatsächlich die Obergrenze für Sondermittelanträge aufgehoben, was bei Anträgen auf mehr als 1000 Euro nötig ist (der Antrag umfasst 3000 Euro). Die FS Geographie wähnt sich schon am Ziel, da für die Bewilligung des eigentlichen Antrags eine geringere Anzahl an Stimmen notwendig ist als für die Aufhebung der Obergrenze. Doch in dieser zweiten Abstimmung erleidet die Abstimmung leider einen Totalschaden im Abstimmungsgetriebe und lediglich zwei Fachschaften stimmen für den Antrag. Die ewige Geschichte des Lastenrads ist somit um ein Uhr nachts vorbei.
Den zweiten Sondermittelantrag hat die Fachschaft Abenteuer- und Erlebnispädagogik gestellt. Sie wollen 1000 Euro für einen Outdoor Erste-Hilfe-Kurs. Meiner Meinung nach sollte dies eigentlich gar nicht aus den Mitteln der FSK bezahlt werden. Sie haben den Kurs jedoch schon gebucht und der entsprechende Termin ist so bald, dass sie keine weiteren Gelder mehr beantragen können. Nach ein bisschen mehr Diskussion wird der Antrag also schließlich angenommen.
Zuletzt müssen nur noch Termin und Ort der nächsten FSK, der Haushaltssitzung festgelegt werden. Neben vier verschiedenen Donnerstagen schlägt Evelyn versehentlich auch noch den 12. April vor. Als ihr jedoch auffällt, dass dieser gar kein Donnerstag, sondern ein Sonntag ist, zieht sie diesen Vorschlag zurück. Dominik findet den 12. April aber lustig und schlägt ihn deshalb selbst vor. Letztendlich wird es aber der 16. April. Der Ort der Sitzung wird auf die unendlichen Welten des Cyberspace, auch Internet genannt, festgelegt.
Zum Ende des Sitzung fordert uns Dominik noch auf, zu einer Demo gegen die Veranstaltung eines Nazis in Gladenbach zu kommen. Außerdem sollen wir angeben, wie viele Ersti-Tüten jede Fachschaft braucht. Zudem sollen wir bei der Kommunalwahl wählen gehen. Der Todeszeitpunkt, also das Ende der FSK, ist schließlich 1:28 Uhr.
(Lektoriert von jap.)