Abenteuer FSK: Technische Probleme und ein bisschen Haushaltssitzung
Online stattfindende Haushaltssitzungen haben mehr Tradition als RB Leipzig. Was weniger Tradition hat, ist, dass die Sitzung um 16 Uhr beginnt. Eingeführt wurde dies dieses Jahr, damit die Sitzung ausnahmsweise mal zu einer humanen Uhrzeit endet. Soweit zumindest der Plan…
Doch an diesem 16.04.2026 steht nicht nur die Haushaltssitzung, sondern auch Wartungsarbeiten an den Servern der Universität, an. Ausfälle von Internet und digitalen Diensten wurden angekündigt. Intelligent wie ich bin, setze ich mich also ins Epizentrum der Modernität – die Philfak – um in dieser am FSK-Public-Viewing mit den Fachschaften Politikwissenschaft, Philosophie und CultureClub teilzunehmen. Die technische Katastrophe ist also vorprogrammiert.
Und es kommt noch schlimmer: Denn es wurde entschieden, dass wir für diese Sitzung ein neues, noch nie von uns benutztes Abstimmungssystem benutzen. Sitzungsleitung Lucas scheint jedoch nicht wirklich viel Ahnung zu haben, wie das System funktioniert. Also muss AStA-Finanzvorständin Viktoria erst einmal allen die Plattform erklären. Nach einer halben Stunde IT-Probleme haben schließlich alle ihre Zugangsdaten, sodass die Sitzung beginnen kann. Mir wird klar, dass es wohl eine sehr lange Sitzung werden wird.
Es kommt also zur ersten Abstimmung über die Tagesordnung. Diese umfasst diesmal neben dem alles überschattenden Tagesordnungspunkt „Haushalt“ einen Sondermittelantrag der FS CultureClub und die Neuwahl eines FSK-Vorstands. Denn Evelyn, welche bisher im Vorstand war, hat inzwischen ihr Amt als Studentische Vizepräsidentin angetreten und musste deswegen aus dem FSK-Vorstand ausscheiden. Ohne Änderungen wird diese Tagesordnung angenommen. Auch das Protokoll der letzten Sitzung wird angenommen.
Wir gehen also zu den Berichten der Fachschaften über. Die Fachschaft (FS) Theologie berichtet hier, dass sie aktuell zwar Plena hat, diese aber eigentlich nicht konform mit ihrer eigenen Satzung sind. Denn die nötige Mindestanzahl an nötigen Mitgliedern wird regelmäßig nicht erreicht. Auch die FS Gender Studies hatte Probleme. Denn in ihrer OE war lediglich eine Person anwesend, was zum etwas merkwürdigen Betreuungsschlüssel von sieben Teamern für einen Ersti geführt hat. Anscheinend hatten sie aber trotzdem Spaß. Zur Komplettierung der Liste der Pannen erzähle ich als Vertreter der FS Geschichte, dass wir auf unserer Bundesfachschaftentagung in München die medizinischen Notdienste testen mussten. Diese waren gut, aber das Erlebnis kann ich trotzdem nicht weiterempfehlen.
Es folgt der Bericht des Vorstandes. Evelyn, die eigentlich gar nicht mehr im Vorstand ist, aber dem Gefühl nach trotzdem mehr als der restliche Vorstand macht, war bei „Leitbild Lehre“. Keine Ahnung, was das ist, aber es ging um KI. Außerdem hat Evelyn einige Einführungen zum Thema Fachschaftsfinanzen gegeben. Bei all dem kam sie allerdings nicht dazu, neue Sachen für die Ausleihe zu bestellen.
Als nächstes berichtet AStA-Vorständin Alice. Sie war sehr traurig darüber, dass viele Ersti-Tüten nicht abgeholt wurden. Denn diese übrigen Tüten mussten nun weggeworfen werden, was umwelttechnisch doof sei. Neben dieser Ankündigung erzählt sie, dass ein AStA-Sommerfest geplant sei, der Haushalt des AStA in der nächsten StuPa-Sitzung besprochen werden würde und demnächst die Hochschulwahlen anstehen. Währenddessen schickt AStA-Finanzvorständin Victoria ein Bild in die FSK-Gruppe, auf dem man sie beim Sekt-kaufen sieht.
Weiter geht es mit der Wahl eines neuen FSK-Vorstands. Um neue Personen zu begeistern, stellt Lucas zuerst eine etwas geschönte Version dessen vor, was der Vorstand zu tun hat. Damit hat er auch tatsächlich Erfolg: Nina aus der FS-Physik stellt sich auf. In der folgenden Wahl stellt sich heraus, dass ihr Lieblingsvogel die Elster sei. Ob das ein gutes Zeichen für die Gelder der FSK ist, ist als unsicher einzustufen. Im Anschluss soll abgestimmt werden, aber stattdessen gibt es einmal mehr technische Probleme. Wiederholt wird versucht, eine Wahl durchzuführen, aber keiner dieser Versuche ist erfolgreich. Nach einer gefühlten Ewigkeit kann Nina aber doch noch gewählt werden. Dann stürzt BigBlueButton ab. Es gibt also einige Minuten Pause.
Endlich kann mit dem Hauptteil der Sitzung – den Haushalten der Fachschaften – fortgefahren werden. Der Vorstand ist dabei so übermütig, dass die erste Lesung des Haushalts fast übergangen wird. Ein „freundlicher“ Hinweis aus dem Publikum weist den Vorstand dann allerdings auf dieses Problem hin. Also werden sich erst einmal alle Einzelhaushalte durchgelesen. Danach geht es mit der zweiten Lesung der Haushalte, in welcher alle 28 Fachschaftshaushalte einzeln verhandelt werden.
In diesen finden sich, was fragwürdige Haushaltsentscheidungen angeht, wieder einmal die üblichen Verdächtigen. Der Haushalt der FS Chemie inkludiert einmal mehr den Weihnachtsbaum und die FS Pharmazie hat mit etwa 7.500€ einmal mehr komplett übertrieben. Neu ist dieses Jahr allerdings, dass auch die FS Theologie mit 2.500€ auf 164 eingeschriebene Studis ein wenig über die Stränge geschlagen hat. An irgendeinem Punkt dieser bereits viel zu langen FSK fällt dann aber auf, dass wir die Reihenfolge der Fachschaften eigentlich hätten auslosen müssen. Also zeigt der Vorstand einmal mehr, dass das Internet für ihn kein Neuland ist, und erstellt online ein Glücksrad. Dieses lost ab diesem Zeitpunkt dann aus, welche Fachschaft als nächstes an der Reihe ist. Gegen Mitternacht entschließe ich mich, nach Hause zu gehen und mir die restliche FSK aus der gemütlichen Atmosphäre meines Bettes anzutun.
Nach über sechs Stunden Haushalt ist es schließlich ein Uhr nachts und alle Fachschaften wurden erledigt. Nun stellt sich allerdings das Problem, dass der Gesamthaushalt 5.000€ zu hoch ist. Nach einer Diskussion, welche sich erheblich länger anfühlt als sie tatsächlich war, kommt man schließlich zum Schluss, einfach mehr Geld beim StuPa zu beantragen. Bis dieser Antrag aber bearbeitet werden kann, müssen noch zwei StuPa-Sitzungen verstreichen, sodass der nicht endgültige Haushalt erst einmal beschlossen wird.
Doch damit ist diese FSK noch nicht vorbei, denn es steht noch der Sondermittelantrag der FS CultureClub an, in welchem sie 1000€ für ein Symposion beantragen. Es hat aber nach neun Stunden FSK wirklich niemand mehr Lust, größere Diskussionen loszutreten. So werden zwar einige Ausgaben, insbesondere das Budget für Werbung, kritisch beäugt, aber der Antrag wird letztlich doch angenommen.
Es bleibt also lediglich die Suche nach Ort und Termin für die nächste Sitzung, sowie das Sonstige. Der nächste Termin, so entscheidet das Plenum, soll der 21.05 sein. Doch beim Ort wird es schwierig; niemand will die nächste FSK ausrichten. Letztlich erklären sich jedoch FS Philosophie und FaBiWi dazu bereit, die Sitzung gemeinsam in der Philfak zu veranstalten.
Unter Sonstigem folgt am Ende nur noch der obligatorische Hinweis auf eine Demonstration durch Dominik, sowie Hinweise auf den Semesterstartgottesdienst von der FS Neurobiologie und der Wunsch nach Mithilfe beim Jubiläum von Evelyn und mir. Den krönenden Abschluss macht schließlich die FS Kunstgeschichte, welche im Namen ihrer Katzen eine gute Nacht wünscht. Nach fast zehn Stunden Sitzung, in welchen ich aufgrund von Uhrzeit, Sitzung und technischen Problemen einmal mehr fast meinen Verstand verloren hätte, gehe ich diesem Wunsch mit großer Freude nach. Im Bett liege ich schließlich schon.
(Lektoriert von Felix Hanke fdh und mas.)
Lernt im Studium der Geschichte und Politikwissenschaft an der Philipps-Universität von verschiedenen Philipps, schreibt beim PHILIPP Magazin manchmal über Philipps und kann schlechte Philipp-Wortwitze langsam nicht mehr hören. Seit 2025 bei PHILIPP.

