Als Studentin im Präsidium der Uni – Interview mit der studentischen Vizepräsidentin Evelyn Damer
Foto: Evelyn Damer, Bild: Nelli Lindner
Vor einem Jahr trat Lara Zieß das damals neu geschaffene Amt der studentischen Vizepräsidentin an. In ihrer auf ein Jahr begrenzten Amtszeit hat sie verschiedene Errungenschaften erreicht, wie etwa die Einführung der OE für Erstakademiker*innen. Als Nachfolgerin wurde bereits im Februar Evelyn Damer gewählt, welche zuvor FSK-Vorständin und Vertreterin im EUPeace Student Council war. Im Interview erzählt sie PHILIPP, wie die ersten Wochen im neuen Amt waren und was ihre Pläne für die Amtszeit sind.
Wie hast du dich in dein Amt eingelebt?
Bisher auf jeden Fall ganz gut. Ich hatte am Anfang ein paar technische Probleme mit dem E-Mail-Postfach, aber sonst hat alles gut funktioniert. Lara hat mich auch echt gut eingearbeitet, sodass ich sofort drin war.
Was macht die studentische Vizepräsidentin?
Also prinzipiell muss man erst mal sagen, dass ich keine Vertretung der Studierendenschaft im Präsidium, sondern einfach nur Studentin im Präsidium bin. Ich habe einerseits mal meine wöchentlichen Aufgaben wie die Teilnahme an Präsidiumssitzungen und die Einberufung und Teilnahme an verschiedenen Gremiensitzungen. Auch habe ich generelle Präsidiumsaufgaben wie z.B. die Mitarbeit in der KI-Taskforce.
Kontext: Die KI-Taskforce erarbeitet aktuell Möglichkeiten, wie zukünftig KI in die Lehre integriert werden kann.
Neben diesen allgemeinen Aufgaben habe ich auch eigene Ziele, die ich mir selbst gesteckt habe. Das sind bei mir vor allem eine Verbesserung der Studienevaluation, die Vereinheitlichung der Rahmenbedingungen für den Nachteilsausgleich und die Vorbereitung und Koordination der studentischen Beiträge zum Jubiläum.
Konkret habe ich jetzt zum Beispiel schon einige Gespräche geführt und auch weitere angestoßen, etwa mit den Dezernaten und dem ZfL (Zentrum für Lehrkräftebildung). Außerdem bin ich auch noch in Laras alte Projekte wie einem Newsletter für Studis aus erster Generation verstrickt. Gleichzeitig bin dann auch noch bei der Begehung der Uni für die Exzellenzinitiative dabei.
Wie sieht ein typischer Tag für dich aus?
Das ist ganz unterschiedlich; Ich bin ja auch noch Studentin – so nebenbei. Deswegen muss ich dann auch mal in Vorlesungen gehen, aber ansonsten versuche ich, vor allem wenn ich größere Zeitblöcke habe, im Büro zu sein, um den Flurfunk mitzubekommen. Aber typischerweise springe ich immer zwischen Vorlesung und Büro hin und her und habe dann zwischendurch auch noch einzelne Gespräche.
Was hat dich bisher an deinem Amt verwundert?
Prinzipiell recht wenig, weil mich Lara sehr gut in mein Amt eingearbeitet hat. Am ehesten hat mich dann also überrascht, wie locker und freundlich alle waren. Und mein Kaffee-Konsum ist irgendwie stark angestiegen.
Lara hatte ja schon jahrelange Erfahrung in der Hochschulpolitik und vor allem im StuPa, während du noch relativ neu bist. Ist das ein Problem?
Prinzipiell sehe ich das nicht als ein Problem, beziehungsweise auf jeden Fall nicht als eines, das man nicht lösen kann. Lara hatte natürlich vor allem den Vorteil, dass sie schon Erfahrung im Senat hatte. Das ist für mich eine größere Lücke, aber keine die man nicht ausfüllen könnte. Ansonsten habe ich mit der FSK einen anderen Hintergrund und einen anderen Zugang zu den Fachschaften, aber das ist ja nichts Schlechtes.
Die Universität bewirbt sich aktuell darauf, Exzellenzuniversität zu werden. Wie schätzt du das ein?
Wir haben sehr viele Institutionen, mit denen wir zusammenarbeiten, und auch eine relativ gesehen sehr hohe Quote an Exzellenzclustern, die wir daraus bilden. Und ansonsten haben wir hier sowohl exzellente Forschung, sowie exzellente Lehre. Ich würde also sagen, unsere Chancen stehen gut.
Und falls wir Exzellenzuniversität werden, verbessert das erst mal die Forschung, weil sie beim Antrag im Mittelpunkt steht. Aber aus der Forschung nimmt man viel in die Vorlesung mit. Zudem können durch die zusätzlichen Mittel, die wir dann haben, auch Tutorien und Praktika besser betreut werden. Exzellenzuniversität ist also nicht nur ein toller Stempel, sondern bringt uns Studis auch tatsächlich was.
Wie blickst du auf das kommende Jubiläum?
Mit großer Freude! Wenn man sich den Plan anschaut und das, was die Fachbereiche und Initiativen beitragen, sieht es sehr gut aus. Und ich freue mich natürlich auch, dass die Studis was planen.
Lernt im Studium der Geschichte und Politikwissenschaft an der Philipps-Universität von verschiedenen Philipps, schreibt beim PHILIPP Magazin manchmal über Philipps und kann schlechte Philipp-Wortwitze langsam nicht mehr hören. Seit 2025 bei PHILIPP.

