1984 – Eine realistische Zukunft?
Bild: Laura Schiller, Nelli Lindner
Es ist nie zu spät, sich kulturell weiterzubilden. Gerade die Studienjahre bieten endlose Zeit, unermüdliches Interesse, ja, sogar akademische Pflicht, sich mit den künstlerischen Einträgen aus jedweder Epoche auseinanderzusetzen. In dieser Reihe möchten wir euch die wichtigsten Werke der Weltliteratur, die anerkanntesten Alben der Musikgeschichte und die fantastischsten Filmklassiker näherbringen – unserer Meinung nach, versteht sich.
Dieser Text ist der erste Teil eines Zweiteilers zu George Orwells 1984. Während sich dieser Teil mehr mit der Handlung auseinander setzt, beschäftigt sich der zweite vor allem mit der politischen Dimension. Diesen findet ihr nach Release dann hier.
George Orwell führt uns mit seinem Roman 1984 in eine Zukunft, bestimmt von Kontrolle und Zwang. Eine Zukunft, die zum Fürchten einlädt. Bereits im Jahre 1949 verfasste er seine dystopische Zukunftsvision.
Freiheit – Ein unerlaubter Luxus
Wir als Leser*innen erleben die Geschichte, durch die Figur Winston Smith in einem totalitären Überwachungsstaat. Winston Smith lebt unter erzwungener Norm. Er ist Mitglied der Äußeren Partei – der einzigen offiziell existierenden Partei – und arbeitet für den Staat im Ministerium für Wahrheit. In diesem Ministerium muss er bereits veröffentliche Zeitungsartikel oder gehaltene Reden so abändern, sodass sie in das Narrativ des Staates passen. Weitere Ministerien sind das der Liebe, welches die Ordnung erhält, und das Ministerium für Frieden, welches sich mit Krieg beschäftigt. An der Spitze der Kontrolle steht Big Brother, dessen Identität niemand genau kennt. Ganz im Sinne ,,Big Brother is watching you‘‘ wird man ständig durch Kameras beobachtet und darf niemandem trauen. Denn selbst die eigenen Kinder verraten einen an den Staat.
Die ersten Zeichen der Auflehnung
Auch Winston Smith ist ständig auf der Hut: Er erfüllt brav seine Aufgaben und behält seine Gefühle für sich. Irgendwann ist er es leid und sucht nach einer kleinen Rebellion: Er besorgt sich ein Tagebuch, und damit die Möglichkeit für eigene Gedanken außerhalb der staatlichen Überwachung – der erste Schritt der Auflehnung. Im Laufe der Geschichte lernt er Julia kennen, mit welcher er eine verbotene Beziehung beginnt. Gemeinsam erfahren sie echtes Glück, durch ihre eigene kleine Rebellion, etwa durch das Lesen verbotener Bücher oder das Schminken. Dennoch dürfen sie niemals vergessen, dass sie unter ständiger Beobachtung stehen.
Beklemmende Zukunftsversion
Auch wenn die Geschichte zwischenzeitlich etwas lahm wirkt, aufgrund der Beschreibungen der vielen Treffen zwischen Julia und Winston, sollte man das Buch nicht weglegen. Es kommt noch der erwartete Plot Twist und ab da lässt die Spannung bis zum letzten Wort nicht nach. Es ist schon etwas gruselig, wie man manche Aspekte der Geschichte heute in verschiedenen Ländern wieder erkennen kann.
ist seit Winter 2024 beim Philipp aktiv und studiert Geschichte, wie auch Kunstgeschichte.

Ein Kommentar zu „1984 – Eine realistische Zukunft?“