Diesen Film müssen selbst Anime-Hater lieben!

Diesen Film müssen selbst Anime-Hater lieben!

Bild: Laura Schiller

In Howl‘s Moving Castle/ Das wandelnde Schloss wird man in ein fremdes, von Farben beherrschtes Land entführt. Hinter dem zunächst glücklichen, farbenfrohen Bild verbirgt sich ein Land, welches knietief in einem Krieg steckt. Um diesen Krieg zu gewinnen, beansprucht jedes Land Zauberer, welche ansonsten in der Gesellschaft gemieden werden. Über den Zauberer Howl wird sich zum Beispiel erzählt, dass er die Herzen von schönen jungen Frauen stehle.

Zu viel für die alten Knochen!

Unsere Hauptprotagonistin ist Sophie, eine Hutmacherin, welche sich selbst stets als unschön bezeichnet. Sie trifft auf einen unbekannten Zauberer, welcher ihr elegant aus einer brenzligen Situation hilft. Doch wenig später hat sie ein weniger angenehmes Zusammentreffen mit der Hexe aus dem Niemandsland, welche sie dazu verflucht, eine alte Dame zu sein. Zusätzlich beinhaltet der Fluch, dass sie niemanden davon erzählen und sich somit keine Hilfe suchen kann. Daraufhin beschließt sie, ohne ein genaues Ziel ihre Heimat zu verlassen. Mit ein wenig Hilfe findet sie ein merkwürdiges Klappergestell eines Schlosses, welches sich, wie es scheint, von allein bewegt. Dort lernt sie den Dämon Calcifer sowie den jungen Markl kennen. Im Schloss stellt sie sich quasi selbst als Haushaltshilfe ein und macht so auch Bekanntschaft mit dessen Besitzer. Im Laufe des Films treffen Sophies direkte, aber doch gutherzige Art auf den kindlichen Charakter des mächtigen Zauberers Howl und es entsteht eine besondere Bindung.

Ein Wohlfühlfilm.

Hayao Myazakis Film überzeugt bereits schon allein durch seine Animation. Die Zeichnungen und die farbenfrohen Bilder versetzen einen in einen wohlig-warmen Zustand. Durch die Verbindung von Witz, Ruhe und aufregenden Szenen mit der nostalgischen Musik von Joe Hisaishi bekommt der Film den typische Studio-Ghibli-Touch, den man kaum besser in Worte fassen kann. Selbst diejenigen, die behaupten, sie schauen keine Animes, lernen diesen Anime zu lieben.

Sehenswert, aber auch lesenswert?

Der Film beruht auf den Roman Howls Moving Castle von Diana Wynne Jones. Das Buch ist auch dann sehr zu empfehlen, wenn man den Film bereits gesehen hat. Denn im Buch kommen die einzelnen Eigenarten der Protagonisten noch stärker hervor. Dennoch lohnt es sich, auch den Film zu sehen, allein schon wegen der wundervollen Zeichnungen.

PS: Der nachfolgende Roman Castle in the Air ist ebenfalls sehr lesenswert!

(Lektoriert von nag und phm.)

ist seit Winter 2024 beim Philipp aktiv und studiert Geschichte, wie auch Kunstgeschichte.

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