Endgegner*in: Eduroam oder Edu-out?

Endgegner*in: Eduroam oder Edu-out?

Bild: Laura Schiller

Wenn dir das Leben Zitronen gibt, gibt dir die wacklige Internetverbindung oder die Drehtür in der Bib vielleicht noch den Rest. In dieser Reihe schreiben wir über die Endgegner*innen des Alltags, also Dinge, die uns an den Rand der Verzweiflung bringen.

Eduroam, kurz für Education Roaming, ist ein kostenloses, hochschulübergreifendes WLAN-Netzwerk. Der Anspruch lautet: Unbegrenztes WLAN überall, egal ob im Hörsaal in Marburg oder im Auslandssemester. Einmal angemeldet und nie wieder Sorgen um den Internetzugang an der Hochschule machen. Das Prinzip klingt ziemlich cool, doch wie so oft liegen Anspruch und Realität weit auseinander.

Die Hassliebe von Studierenden

Eduroam verspricht kostenloses WLAN, doch dieses WLAN funktioniert in vielen Fällen nicht. Schon beim Einrichten des Netzwerkzugangs hat man das Gefühl, einen Bachelorabschluss zu machen. Es gibt viele Schritt-für-Schritt-Anleitungen, doch diese lesen sich oft wie kryptische Zauberformeln. Wer denkt, nach der Installation sei man auf der sicheren Seite, hat weit gefehlt.

Denn ob das WLAN dann auch funktioniert, hängt von Tag, Uhrzeit und vielleicht auch den Sternen ab. In den besten Momenten streikt der hilfreiche Begleiter  sei es bei einer Präsentation im Seminar oder einem Lerntag in der Bibliothek. So verwandelt sich kostenloses WLAN oftmals in eine kostenlose Enttäuschung.

Sicherheit ist eine Illusion

Was viele nicht wissen: Eine falsch konfigurierte Eduroam-Verbindung birgt ein echtes Sicherheitsrisiko. Eduroam von „irgendeiner Seite im Internet“ herunterzuladen, ist keine gute Idee. Durch fälschliche Zertifikate können Zugangsdaten abgefangen und der gesamte Datenverkehr auf andere Server umgeleitet werden.

Darum gilt: Auch wenn es zeit- und nervenaufreibend ist, sollte Eduroam unbedingt über die offizielle Seite der Hochschule oder den Eduroam CAT (Configuration Assistant Tool) eingerichtet werden. Das dauert vielleicht ein bisschen länger, aber hier sollte man besser Vorsicht als Nachsicht walten lassen.

Die On-off-Beziehung, die du nie wolltest

Nach einem schwierigen Start mit Installation und Einrichtung geht das Studierendenleben mit Eduroam weiter wie in einer toxischen Beziehung. Man kann nicht mit, aber auch nicht ohne. An manchen Tagen läuft alles reibungslos, unbegrenztes WLAN in ganz Marburg. Ein wahrgewordener Traum, man könnte es fast schon als digitale Welt bezeichnen. An anderen Tagen, meist, wenn es wirklich darauf ankommt, funktioniert dann wieder gar nichts. Verbindung verloren und Traum geplatzt. 

Und trotzdem bleibt man, denn ohne WLAN geht Studieren heutzutage auch nicht mehr. 

Wie sagte Loriot einmal: „Ein Leben ohne Eduroam ist möglich, aber zwecklos.“ Oder ging der Spruch doch anders?

(Lektoriert von nag und jub.)

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