Sneak Review #123: Catch Me!

Sneak Review #123: Catch Me!

Diese Woche trainierte die Komödie „Catch Me!“ von Regisseur Jeff Tomsic die Lachmuskeln der Sneak-Fans. 5 alte Schulfreunde spielen seit 30 Jahren Fangen. Doch ob dieser Film auch die Zuschauer catchen kann?

Wir haben womöglich alle als Kinder Fangen gespielt. Doch für die fünf Schulfreunde Jerry (Jeremy Renner), Chillie (Jake M. Johnson), Callahan (Jon Hamm), Hoagie (Ed Helms) und Sabel (Hannibal Buress) ist das Ganze ein Wenig ausgeartet, denn sie spielen es seit 30 Jahren jeden Mai einen Monat lang.

Du Bist!

Hoagie besorgt sich eine Stelle als Hausmeister in Callahans Firma, um ihn dort fangen zu können und eröffnet damit die Jagd, während Callahan gerade ein Interview mit einer Reporterin des Wall Street Journals führt. Der Knackpunkt an der Sache: Ihr cooler Freund Jerry, der dieses Jahr heiratet, wurde noch nie gefangen und möchte nach diesem Jahr aussteigen. Das erhöht natürlich den Ehrgeiz, ihn diesmal endlich zu fangen. So tun sich die vier Jungs zusammen und schmieden diverse Pläne. Außerdem interessiert sich die Wall Street Journalistin Rebecca (Annabelle Wallis) für die Story und möchte die Jungs von nun an begleiten.

Der Film steigt lustig ein und hat das Publikum direkt unter Kontrolle. Schnell wird klar: Die Jungs haben sich in verschiedene Richtungen entwickelt und sind sehr unterschiedliche Charaktere. Hoagie ist glücklich verheiratet mit seiner Jugendliebe Anna (Isla Fisher), die ihrem Mann gerne, manchmal etwas zu aggressiv, bei seinem jährlichen Spiel hilft. Chilli wohnt noch bei seinem Vater, raucht Gras und lebt in den Tag hinein. Callahan macht Karriere in seiner eigenen Firma und  Sable befindet sich gerade in einer Lebenskrise. Und Jerry, nun ja, eigentlich gehört er gar nicht so richtig dazu, da er nie richtig mitgespielt hat. Dennoch verbindet das Spiel die Freundeund bringt sie seit 30 Jahren einmal im Jahr zusammen. Die Jungs wollen sich somit über all die Jahre ihr inneres Kind bewahren.

Die vier Freunde sind zwar nicht zu Jerrys Hochzeit eingeladen, sie überraschen ihn jedoch trotzdem. Natürlich scheitert ihr erster Versuch, ihn zu fangen. Jerry ist gut vorbereitet und überzeugt mit actionfilmreifen Stunteinlagen. Er bringt die Jungs dazu, eine Zusatzregel zu unterschreiben, die es ihnen verbietet, ihn während der Hochzeit zu fangen. Das macht die Angelegenheit natürlich nicht gerade einfacher.

Diesen Humor muss man mögen

Wir sehen hier eine typische Komödie: Eine Pointe jagt die Nächste, zu Beginn wird viel gelacht. Doch irgendwann wird der Spaß ein bisschen zu ernst und die Stimmung kippt etwas. Nach der Hälfte fragt man sich: Meinen die das ernst? Muss man für ein dämliches Fangenspiel wirklich über Leichen gehen? Die Jungs verprügeln sich teilweise, und vorallem Jerry spielt unfair und lässt keinen Trick aus. Und das im Endeffekt für nichts, denn es gibt nie einen Gewinner. Die Witze sind teilweise böse, es wird über Tote gewitzelt und das Tüpfelchen auf dem i ist, dass Jerrys Verlobte Susan (Leslie Bibb) eine Fehlgeburt vortäuscht, um ihrem Verlobten aus der Klemme zu helfen. Nun ja…

Man muss für den Film auf jeden Fall den richtigen Humor haben, sonst findet man es irgendwann nicht mehr witzig. Abgesehen davon werden die Lacher schnell albern und wiederholen sich. Der einzige Charakter, der nicht überspitzt dargestellt wird und daher zu ertragen ist, ist der der Journalistin Rebecca. Wer auf pietätlosen Humor steht, kommt hier auf seine Kosten. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte. Und die Idee einmal im Jahr ein Spiel zu spielen, um die Freundschaft zu erhalten, klingt verlockend. Jedoch hoffe ich, dass die Freunde, auf deren Geschichte der Film beruht, es dabei ein bisschen mehr mit Humor nehmen als die fünf Jungs aus dem Film.

„Catch Me“ kommt am 26. Juli in die deutschen Kinos.

Foto: Warner Bros. Germany

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Studiert Kunst, Musik und Medien in Marburg, treibt sich gerne in sozialen Medien rum, kocht und backt aus Leidenschaft.