Wie sinnvoll ist die Reading Week wirklich?

Wie sinnvoll ist die Reading Week wirklich?


In dieser Woche findet wieder die Reading Week statt. Doch wird diese überhaupt von Seiten der Studenten genutzt? Und welche Angebote gibt es von der Uni?

Hand aufs Herz: wer von euch nutzt die Reading Week wirklich? Und damit meine ich nicht, um Schlaf nachzuholen, die Kneipenszene Marburgs zu entdecken oder auf Heimatbesuch zu fahren. Sondern das wofür sie wirklich gedacht ist: Texte lesen, Kurse vor- oder nachbereiten oder sogar Veranstaltungen seines Fachbereichs besuchen? Aus meiner Erfahrung heraus sind das die Wenigsten. Ich habe tatsächlich zweimal  Veranstaltungen der Reading Week ausprobiert, sie waren spärlich besucht und ich habe nie auch nur einen meiner Kommiliton:innen getroffen.

Für diejenigen, die nicht wissen, was die  Reading Week überhaupt ist: Laut Website der Marburger Universität „soll den Studierenden Raum für eigene Initiativen, vertiefendes Arbeiten allein oder in Gruppen und für studienbezogene extracurriculare Aktivitäten in den verschiedensten Formen gegeben werden.“. Damit folgt die Uni Marburg einer Initiative der Kultusministerkonferenz gegen die „Verschulung“ der Bachelor- und Masterstudiengänge. Aber das schon 4 Wochen nach Semesterbeginn? Und wieso nehmen nur die Fachbereiche 03, 09, 10 und 21 daran teil?

Nicht genug Angebote der Uni

Klar, das ein oder andere Referat gäbe es vorzubereiten. Aber dass das eine komplette Woche füllt, bezweifle ich. Und auch zu lesen gibt es bei mir nicht wirklich viel. Doch die Uni hat vorgesorgt: es gibt verschiedene Veranstaltungen, die die Student:innen begleitend besuchen können. Diese bestehen im Fachbereich 09 aus Malkursen, Museumsbesuchen oder offenen Gesprächsrunden. Aber auch Sprechstunden oder Informationsveranstaltungen zum Thema neue Zentralbibliothek, Hausarbeiten oder Promotion werden angeboten. Zwar gibt es ein paar interessante Angebote, wie der Workshop zum Thema Bewerbungsmappe, die meisten sind allerdings für mich (Kunst, Musik und Medien) uninteressant. Viele beziehen sich auf Student:innen der Sprache oder Literatur. Für Medienwissenschaftler:innen gibt es ein paar Angebote wie eine offene Sprechstunde, eine Gesprächsrunde zum Thema Medienwissenschaft und zwei bis drei andere Workshops. Für Kunstwisschenschaftler:innen gibt es lediglich einen Malkurs und eine offene Werkstatt, für Musikwissenschaftler:innen gibt es kein einziges Angebot. Außerdem finde ich, dass der Umzug der Bibliotheken keine eigene Veranstaltung braucht. Zumal diese gerade mal eine halbe Stunde gehen soll.

Es wird zwar darauf hingewiesen, dass es keine freie Woche ist, jedoch sind alle Angebote freiwillig. Ich habe meine Kommiliton:innen mal gefragt, was sie in der Reading Week machen: Ein paar wollen tatsächlich etwas für die Uni tun oder Begleitprogramme besuchen. Die meisten haben aber geantwortet, dass sie hauptsächlich weg fahren oder entspannen wollen. Klar freuen wir Studenten uns über eine Woche ohne Lehrveranstaltungen, aber ob sie wirklich so genutzt wird, wie es von der Universität vorgesehen ist, bezweifle ich. Vielleicht wäre es sinnvoller, die Reading Week etwas später im Semester anzulegen, sodass man sich auf Prüfungen vorbereiten kann. Im Moment gibt es dafür einfach noch nicht genug Stoff. Wer nun trotzdem aufmerksam geworden ist, kann sich hier über Angebote informieren:

Fachbereich 03

Fachbereich 09

Fachbereich 10

Fachbereich 21

Ich für meinen Teil werde diese Woche die Möglichkeiten meines Semestertickets austesten. Gilt das dann auch als eigene Initiative?

Foto: pixabay.com

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Studiert Kunst, Musik und Medien in Marburg, treibt sich gerne in sozialen Medien rum, kocht und backt aus Leidenschaft.