Sneak-Review #13: Legend

Sneak-Review #13: Legend

Auch diese Woche stellt sich wieder die Frage: haben sich die 4 Euro Sneak-Eintritt gelohnt oder hätte man sich besser dafür einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt gegönnt ? Diese Woche in der Sneak des Cineplex Marburg: Legend von Regisseur Brian Helgeland.

London in den 60er Jahren: Die Gangsterbrüder Ronald  und Reginald  Kray, beide gespielt von Tom Hardy, sorgen im Untergrund der englischen Metropole für viel Aufsehen. In East End aufgewachsen, arbeiteten sich die Brüder von Amateur-Boxern zu Gangsterbossen hoch. Mit Brutalität und Skrupellosigkeit geizen sie in keiner der 131 Minuten.

“Ron war wie eine 1-Mann Armee”

Ron leidet unter ständigen Wutausbrüchen, daher kommt es zu der ein oder anderen blutigen Szene, in der er einfach mal jemanden abknallt. Selbst davor sich mit seinem Bruder zu prügeln, macht der etwas dümmlich wirkende Ron nicht halt. Immer wieder eskaliert es zwischen den beiden. Sein Bruder Reggie ist für die finanziellen Angelegenheiten verantwortlich und besitzt zu Beginn des Films, zusammen mit seinem Bruder, einen Nachtclub. Später kommt noch ein Casino und weitere Clubs dazu. Dort dürfen Stars und Politiker umsonst trinken und sich amüsieren. Somit versuchen die Brüder sich die Loyalität ihres Umfeldes zu erkaufen. Doch leider müssen sie eines Tages feststellen, dass der Feind manchmal in den eigenen Reihen sitzt und man seinem Bauchgefühl ruhig einmal trauen sollte.

Zu Beginn des Plots verliebt sich Reggie in die Schwester seines Fahrers Frank. Die Beziehung der beiden ist von Anfang an auf einem unsolidem Fundament gebaut. Denn eines Tages, als Reggie eine alte Strafe im Gefängnis absitzen muss, verlangt Frances von ihm, aus dem illegalen Geschäft auszusteigen und ehrlich zu werden. Er gibt ihr dieses Versprechen, zeigt aber schon nach kurzer Zeit, dass er einfach den Reiz des Illegalen braucht. Die Verlobung und die spätere Heirat wirken zwar wie in einem Hollywood-Streifen, aber hinter den Kulissen sieht es nicht so rosig aus.

Plötzliche Wende lässt den Zuschauer bis zum Schluss mitfiebern

Die Polizei hat die Zwillinge immer im Auge und wartet nur auf einen Fehltritt dieser, um sie anschließend hinter Schloss und Riegel zu bringen. Ron trifft eine folgenschwere Entscheidung, die die Ehe von Reggie und Frances gefährdet. Scotland Yard wird auf die Gangsterbrüder angesetzt. Leider hofft man auf ein Happy End vergebens. Im Gegenteil, zum Ende des Plots spitzt sich die Lage noch einmal enorm zu und es kommt zu einem dramatischen Showdown. Mischt man Thriller mit Biografie und gibt noch etwas trockenen englischen Humor hinzu, erhält man Legend. Die krummen Dinger, die Ron und Reggie regelmäßig drehen, werden immer wieder von Ron durch Witze aufgelockert, oder durch Gewalt geklärt. Man sieht die beiden zu 90% mit einer Zigarre oder Zigarette in der Hand und/oder einem Glas Fusel. Klugscheißfakt: Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit und wurde bereits von John Pearson unter dem Titel “The Profession of Violence” abgedruckt.

Kinostart ist am 07.01.2016. Und hier geht’s zum Trailer.

FOTO: canburak auf flickr.com, CC-Lizenz

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Freie Mitarbeiterin für PHILIPP und studiert B.A. Sprache und Kommunikation. Westerwälder Urgestein - „Hui! Wäller?“ – „Allemol!"