Sneak-Review #30: Ich bin tot, macht was draus!

Sneak-Review #30: Ich bin tot, macht was draus!

Und auch diese Woche fragen wir wieder: Haben sich die vier Euro Eintritt gelohnt oder wäre das Geld in ein Sixpack kaltes Bier an der Lahn besser investiert gewesen? Diesen Dienstag in der Sneak: Die Komödie „Ich bin tot, machts was draus!“, eine französisch-belgische Produktion von den Regisseuren Guillaume und Stéphane Malandrin.

Das erste Bild, das sich dem Publikum zeigt, ist ein asiatischer Opa, der von Pete Best, dem ersten Schlagzeuger der Beatles erzählt. Dieser war nicht nur der angeblich bestaussehendste der Jungs, sondern zudem ein unheimlicher Pechvogel. Was das eigentlich mit dem folgenden Film zu tun haben soll, erschließt sich den Zuschauer:innen erst nach etwa der Hälfte des Filmes. Der eigentliche Plot beginnt nämlich so: In einer kleinen Location gibt die belgische Rockband „Grand Ours“ eines ihrer Konzerte. Die vier in die Jahre gekommenen Bandmitglieder Yvan (Bouli Lanners), Wim (Wim Willaert), Pierre (Serge Riaboukine) und Jipé (Jacky Lambert) haben einen großen Traum: Eine US-Tournee! Einen Tag bevor die große Reise starten soll, verstirbt Jipé, der Sänger der Band, durch einen blöden Zufall. Doch die Band will sich nicht von ihrem Plan abbringen lassen und beschließt kurzerhand die Tour trotzdem stattfinden zu lassen. Da sie jedoch dafür einen Sänger brauchen, kommen die Jungs auf die skurrile Idee, die Asche von Jipé mitzunehmen und einfach diese unters Mikro zu stellen.

„The show must go on!“

Nachdem der Bruder von Jipé das Auftauchen der Band auf der Beerdigung gekonnt vereitelt hat, sind sich Yvan und Pierre aber nicht zu schade, die Asche ihres verstorbenen Freundes höchstpersönlich und mit viel Tamtam abzuholen.  Kurz vor der Abreise macht das Trio einen letzten Besuch in Jipés Wohnung und trifft dort Dany, der ihnen ein großes Geheimnis über ihr ehemaliges Bandmitglied verrät. Mit der Asche ihres Freundes im Gepäck schlittern die Bandmitglieder dann von einem Problem ins nächste. Ob das wohl auch etwas damit zu tun hat, dass sie immer wieder auf den Pechvogel Pete Best treffen? 

Wer auf schwarzen französischen Humor steht, kommt bei diesem Film voll auf seine Kosten. Besonders der Charakter von Wim ist sehr sympathisch und lockert die Handlung durch seinen Akzent und seine Witze auf. Yvan nimmt dagegen eher die Rolle der Spaßbremse ein. Die Zuschauer:innen kommen an der ein oder anderen Stelle an ihre Schmerzgrenzen. So hinterlässt etwa der Grund für eine Notlandung Spuren auf den Gemütern: Diese Szenen veranlassen einige nach ihren Jacken zu greifen und schleunigst den Kinosaal zu verlassen. Die dramatischen Wendungen des Filmes stehen nicht wirklich im Vordergrund, sondern werden leider eher von dem – manchmal recht fragwürdigen – Humor überlagert. Von der verrückten Ideen her ein typisch französischer Film, der gerne auch mal die ein oder andere Grenze überschreitet. Das Aufgreifen von Pete Best ist eine ausgefallene Idee, jedoch wirken seine Auftritte manchmal eher verwirrend und ich musste mich fragen, warum dieses Motiv überhaupt eingebaut worden ist.

„Ich bin tot, machts was draus!“ kommt am 28. April in die deutschen Kinos.

FOTO: Camino Filmverleih

+ posts

Freie Mitarbeiterin für PHILIPP und studiert B.A. Sprache und Kommunikation. Westerwälder Urgestein - „Hui! Wäller?“ – „Allemol!"