Warum verlieren nicht weh tut

Warum verlieren nicht weh tut

Die Gruppenphase ist beendet. Hendrik Kissels Team, der F.C. Fellatio, hat es leider nicht in die Play-Offs geschafft. In seinem Gastbeitrag erzählt er, warum es aber eigentlich gar nicht so tragisch ist, auch mal zu verlieren.

Ich möchte eigentlich nichts mehr dazu sagen, wieso ich gerne Fußball spiele. Wer selbst kickt, kann es nachvollziehen und dem Rest ist es sowieso herzlich egal. Was wiederum völlig in Ordnung geht, schließlich gibt es ja auch für mich Sportarten, die ich weder praktizieren, noch 90 Minuten mit einer ganz besonderen Auswahl der menschlichen Schöpfung anschauen will. Mir würde da spontan etwa Bobfahren oder alles mit Pferden einfallen.

Der Geist der Bunten Liga

Lieber möchte erzählen, warum es so einen riesen Spaß macht in der BuLi zu kicken. Oft wird der sogenannte Geist der Bunten Liga beschworen. Was diesen wiederum genau ausmacht, da gehen die Meinungen zwar nicht weit, aber etwas auseinander. Einen großen Teil dieses Geistes macht für mich sicherlich die Einstellung der Spielerinnen und Spieler zum Sport und besonders zum Wettkampf an sich aus. Erfolg währt nicht ewig und verlieren macht am Ende vom Tag auch nichts. Wobei man zu dieser Einsicht manchmal wirklich erst am Ende des Tages gelangt.

Dem Thema Verlieren in der BuLi habe ich mich aus gegebenen Anlass angenommen: Mit diesem Sonntag endet die Gruppenphase. Für einige Mannschaften ist damit die BuLi-Saison 2015 schon beendet und andere Teams haben so verdammt, verdammt, verdammt knapp die Play-offs verpasst. Trotz großartiger Leistung, insbesondere des rechten Außenverteidigers natürlich.

Auch Niederlagen sind des Feierns würdig

In der BuLi lassen sich aber gerade auch Niederlangen wunderbar feiern. Ich erinnere gern an eins der Highlights dieser BuLi- Woche: Die Partie Arminia Bierzelt gegen Justitia am Montag (15.06.). Wer dabei gewesen ist, wird mir sicher zustimmen, dass schon lange nicht mehr eine Niederlage, bzw. ein Treffer so frenetisch gefeiert wurde. Obwohl Arminia bereits 0:5 hinten lag, gaben die Fans in voller Lautstärke ihre Unterstützung kund. Als Arminia schließlich zumindest das 1:5 schoss, war auf und um das Spielfeld gar nichts mehr zu Halten. Eine tosende Jubelwelle entbrannte, Bierduschen wurden eröffnet; die Begeisterung fand kaum ein Ende. Wer nicht dabei gewesen ist sollte eventuell seine Prioritäten überdenken.

Trotz verpasster Play-offs war übrigens ein kleines warmes Wicküler und einige gut bedachte Worte meines Kapitäns („Naja, also ich hatte sowieso eher Lust auf Basel-Cup“) zur Verarbeitung des ganzen Geschehens für mich essentiell. Aber wem erzähle ich das… Ich hoffe, dass alle Mannschaften, Betreuer*innen, Trainer*innen, Ultras, und Balljungen übers Wochenende viel Kraft an den Theken Marburgs tanken konnten und mit Spaß in die letzten Spiele dieser wie immer großartigen BuLi- Saison gehen.

Ich schließe mit einem „Lothar“.
„Die Schuhe müssen immer zum Gürtel passen!“

Hendrik studiert Politikwissenschaften und Chemie und spielt inzwischen in seiner dritten Saison beim F.C. Fellatio. Dort wird er als Rechtsaußenverteidiger eingesetzt. Aber das konnte man sich wahrscheinlich bereits denken.

FOTO: Espen Sandmo auf flickr.com, CC-Lizenz