Sneak-Review #15: Daddy’s Home – Ein Vater zuviel

Sneak-Review #15: Daddy’s Home – Ein Vater zuviel

Und auch diese Woche fragen wir wieder: Haben sich die vier Euro Eintritt gelohnt oder greifen bereits die ersten Cineast*innen nach ihren Jacken? Diesen Dienstag in der Sneak: Daddy`s Home – Ein Vater zuviel von Regisseur Sean Anders. 

Eine Preiserhörung des Sneak-Eintritts um 20 Cent und kleinere Lutscher hielten das Publikum nicht davon ab zahlreich in diesmal sogar drei Kinosäle zu strömen um sich von einem Film überraschen zu lassen. Mit „Daddy`s Home – Ein Vater zuviel“ wurde den Zuschauer*innen eine alberne Familienkomödie mit dem Comedy-Duo Will Ferrell und Mark Wahlberg, bekannt aus „Die etwas anderen Cops“, dargeboten. Ein Film, der sowohl durch seinen Humor als auch mit rührenden Momenten überzeugen möchte.

Was es bedeutet ein echter Vater zu sein

Kleinstadt-Softie Brad Whitaker (Will Ferrell) führt ein beschauliches Leben: Er hat eine gute Position bei einem Smooth-Jazz Radiosender, ist glücklich mit Sarah (Linda Cardellini) verheiratet und seine beiden Stiefkinder Megan (Scarlett Estevez) und Dylan (Owen Vaccaro) fangen langsam an ihn zu akzeptieren. Das idyllische Familienglück wird jäh durchbrochen, als Dusty (Mark Wahlberg), Ex-Mann von Sarah und leiblicher Vater der Kinder zu Besuch kommt. Er entpuppt sich als alle das, was Brad nicht ist: muskulös, wild und cool. Ein erbitterter Konkurrenz-Kampf um die Familie entbrennt zwischen den beiden Vätern und es wird mit harten Bandagen gekämpft. Schnell stellt sich die Frage, wer Hausherr und Daddy der Kinder sein wird. Immer wieder treten kleinere und größere Konflikte auf, die von den Männern als Schlachtfelder ihrer Rivalenkämpfe genutzt werden, so blamiert sich Brad beim Fahren von Dustys Motorrad, hat dafür aber ein offenes Ohr für die Kinder während Dusty die Kinder mit einem selbstgebauten Baumhaus überrascht.

„Wenn der Typ hier der Ex meiner Frau wäre, hätte ich mich schon längst erschossen“

Die beiden Väter treten während des Films von einem Fettnäpfchen ins nächste, manchmal hat Brad die Nase vorn, mal mögen die Kinder Dusty lieber. Sarah hält sich, bis auf wenige Augenblicke aus dem Kampf heraus. Die Story wird von den gelegentlichen Auftritten von Nebencharakteren aufgelockert, so streut Brads Chef Leo (Thomas Harden Church) gerne eine Anekdote aus seinem ereignisreichen Ehelebens ein und der arbeitslose Handwerker Griff (Hannibal Burress) zieht, dank Dusty, im Whitaker-Haushalt ein. Wie der Film ausgeht sei an dieser Stelle nicht verraten, nur so viel, dass Profiwrestler John Cena einen kleinen Gastauftritt hat.

Ferrell, der an der Produktion beteiligt war, und Wahlberg schlüpfen in „Daddy’s Home – Ein Vater zuviel“ in ihre Paraderollen, die man bereits aus ihrem ersten gemeinsamen Film „Die etwas anderen Cops“ kennt. Ferrell als der Jammerlappen schlechthin der dennoch sentimental und einfühlsam ist und Wahlberg als das krasse Gegenteil, nämlich als der vor Testosterons strotzenden Draufgänger. Die teilweise stark überzogenen Gags, die stellenweise an schlechte Altherrenwitze erinnern, der dürftige Plot des Films und die sehr passive Rolle von Ehefrau Sarah lassen nur wenig Raum für Interpretation. Auch die fadenscheinige Moral am Ende der Geschichte hilft da nur bedingt. Trotzdem ist der Film, sofern man seinen Kindern die teils schmutzige Sprache erklärt, ein Abendfüller für die ganze Familie. Die Lacher im Kinosaal waren nicht zu überhören, wenn auch diese sich in Grenzen hielten. Alles in allem eine stabile Komödie der Gattung leichter Unterhaltung.

Kinostart ist am 21.01.2016. Und hier geht’s zum Trailer.

FOTO: Paramount Pictures Corporation

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Ich bin Gastautor beim PHILLIP und studiere Politikwissenschaften. Ich besuche regelmäßig die Sneak in Marburg und schaue gerne Serien.