Der Christopher Street Day kommt nach Marburg

Der Christopher Street Day kommt nach Marburg

Marburg ist bunt – das zeigt auch der von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies verkündete erste Christopher Street Day am 22. Juni 2019 in Marburg. 

Der Christopher Street Day (CSD) ist eins der wichtigsten internationalen Events in Bezug auf die LGBTQ-Community und kämpft für gleiche Rechte und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Dieses Jahr findet das Fest im Namen des „CSD Mittelhessen“ zum ersten Mal in Marburg statt. Während des CSD soll neben politischen Kundgebungen während einer bunten und vielfältigen Demonstration zudem ein Straßenfest auf dem Marktplatz ausgerichtet werden. Ebenso in Planung ist eine Veranstaltungswoche, die den Namen „Stonewall Woche“ tragen und an die Stonewall-Aufstände vor genau 50 Jahren am 28. Juni erinnern soll.

Kurze Geschichte des Christopher-Street-Day

Der CSD in Marburg soll neben dem Aspekt des Feierns zudem an den Aufstand von Schwulen, Lesben, Transsexuellen, Bisexuellen und Intersexuellen am 28. Juni 1969 in der Christopher Street im New Yorker Stadtteil Greenwich Village erinnern. An diesem Tag vor 50 Jahren widersetzten sich zum ersten Mal Homosexuelle der Polizei, die eine Razzia in der Schwulenbar „Stonewall Inn“ durchführen wollte.

So gewaltsam die Proteste auch waren und so sehr die Protestgruppe auch auf Widerstand stieß, stellt dieses Ereignis doch das Vorbild für weitere nachfolgende Emanzipationsbewegungen in der Szene dar. Der „Gay Power!“-Ausruf der Protestierenden verbreitete sich schnell in den Medien und es bildeten sich zahlreiche politische Gruppierungen. Zehn Jahre später, im Jahre 1979, wurde in Berlin der erste Christopher-Street-Day organsiert, eine bunte Demonstration bestehend aus circa 450 Lesben und Schwulen für Vielfalt, Toleranz und Freiheit.

Der CSD – ein Fest der Vielfalt

Sich dem internationalen Vorbild anschließend, will auch Marburg mit dem CSD ein Zeichen der Vielfalt und des friedlichen Zusammenlebens setzen. Die Stadt wolle so zeigen, dass für Hass und Hetze gegen sexuelle Minderheiten kein Platz sei, so der Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Auch wenn sich  in den vergangenen Jahren einiges getan hat, müssen Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle doch immer noch mit Anfeindungen sowie auch teils gewalttätigen Übergriffen in ihrem Alltag kämpfen. Deshalb ist es umso wichtiger, ein Zeichen für die Toleranz und gegen den Hass zu setzen – und dies gemeinsam. Ein schöneres Fest als den Christopher Street Day, um genau diese Vielfalt zu zelebrieren, konnte sich die Stadt Marburg wohl kaum aussuchen.

FOTO: CC Paille, unverändert

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