Sneak-Review #132 – The Man Who Killed Don Quixote

Sneak-Review #132 – The Man Who Killed Don Quixote

Über 25 Jahre hat es gedauert, bis Regisseur Terry Gilliam, bekannt als Teil der Komikergruppe Monty Python, sein Herzensprojekt „The Man Who Killed Don Quixote“ endlich realisieren konnte. Worum es geht und ob sich das Warten gelohnt hat, erfahrt ihr in der Sneak-Review von dieser Woche.

Der abgehobene und unsympathische Regisseur Toby (Adam Driver) wird bei einem Dreh in Spanien mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Vor vielen Jahren drehte er – damals noch als idealistischer Filmemacher – in einem kleinen Dorf einen Film über Don Quixote, den Ritter, der gegen die Windmühlen kämpft. Er trifft Leute von damals wieder und muss erkennen, dass sein Film verheerende Auswirkungen nach sich gezogen hat. Der spanische Schuhmacher (Jonathan Pryce), der die Rolle des legendären Ritters spielte, ist dem Wahn verfallen und glaubt nun, der leibhaftige Don Quixote zu sein. Verfolgt von der Polizei versuchen die beiden, die damalige Schauspielern Angelica (Joana Reibero) vor einem gewaltätigen russischen Oligarchen zu retten. Dabei schlittern sie in weitere absurde Abenteuer, bei denen bald nicht mehr klar ist, was real ist und was Fantasie ist…

Terry Gilliams Erfolgsrezept…

Terry Gilliam ist ein Meister des skurrilen Humors. Das zeigte er nicht nur als Mitglied der britischen Komikergruppe Monty Python, die Filme wie „Das Leben des Brian“ drehte. Auch in seinen eigenen Filmen ist der spezielle, absurde Humor zum Markenzeichen von Terry Gilliam geworden. Ein ebenso wichtiges Thema seiner Filme ist die Verschmelzung von Realität und Fantasie.

Ein Film muss nicht immer geradlinig erzählt werden. Eine wirre Erzählweise ergibt Sinn, wenn sie im Zusammenhang mit dem Thema des Films steht. Terry Gilliams Film „Fear and Loathing in Las Vegas“ zum Beispiel handelt von exzessivem Drogenkonsum, also ist es sinnvoll, dass der Zuschauer an der Verwirrung und dem Rausch seiner Protagonisten teilnehmen darf.

… geht leider nicht auf

In „The Man Who Killed Don Quixote“ will Gilliams „Erfolgsrezept“ aber leider nicht aufgehen. Der Film bietet eine Menge skurriler Einfälle und Szenen, doch das Ganze passt nicht so richtig zusammen. Es fehlt der rote Faden. Der Film wirkt wie eine Aneinanderreihung von Szenen, nicht wie eine Geschichte. Den Schauspielern merkt man an, dass sie ihr Bestes geben. Doch auch Tanz- und Gesangseinlagen von Adam Driver können den Film nicht davor retten, auf seine Laufzeit oft redundant und ermüdend zu wirken. Einige Szenen sind derart lächerlich, dass es einem unangenehm wird. Dass der Film in überwiegend schiefen Kameraeinstellungen gedreht wurde, macht ihn zusätzlich anstrengend.

Wenn „The Man Who Killed Don Quixote“ gegen Ende Wahnsinn und Größenwahn auf die Spitze treibt und mit aufwendigen Ausstattungen aufwartet, hat er seine Zuschauer schon größtenteils verloren. Nach anstrengenden 130 Minuten und nachdem die Handlung seltsamste Wege einschlagen hat, gibt es ein Ende, das – man kann es nicht anders sagen – komplett bescheuert ist. Es sei Terry Gilliam von Herzen gegönnt, dass er es geschafft hat, „The Man Who Killed Don Quixote“ nach über 25 Jahren endlich fertig zu stellen. Schade, dass dabei kein guter Film herausgekommen ist.

„The Man Who Killed Don Quixote“ startet am 27. September 2018 in den deutschen Kinos.

FOTO: Concorde Film

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