US-Wahl 2016: Das sagen unsere Profs

US-Wahl 2016: Das sagen unsere Profs


Es ist wie es ist. Donald Trump wird der 45. US-Präsident werden. Ein Schock für alle klugen Köpfe oder war es doch längst abzusehen? Drei unserer Professor:innen haben mit uns ihre Reaktion auf das Wahlergebnis geteilt.

Prof. Dr. Carmen Birkle, Amerikanistik »Das Ergebnis war für mich und für alle, die ich kenne, ein ziemlicher Schock, da wir uns nicht vorstellen konnten, dass jemand mit diesen sexistischen und fremdenfeindlichen Äußerungen tatsächlich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden könnte. Für mich heißt das vor allem, dass die Fortschritte, die die unterschiedlichen feministischen Strömungen in den letzten Jahrzehnten erreicht zu haben glaubten, in Frage gestellt werden.«

Prof. Dr. Thorsten Bonacker, Friedens- und Konfliktforschung: »Unabhängig davon, was Trump von seinen Ankündigungen wirklich umsetzen wird, dürfte seine Wahl vor allem innenpolitisch gravierende Folgen haben. Wie bereits in Großbritannien nach der Brexit-Abstimmung zu beobachten war, fühlen sich Gruppen nach rechtspopulistischen Siegen ermutigt, offen gegen Minderheiten und Andersdenkende Stimmung zu machen, die bis zu gewaltsamen Übergriffen reichen kann. Eine offene Gesellschaft bedarf eines politischen Aktivismus, der solchen Tendenzen klar entgegentritt.«

Prof. Dr. Hubert Zimmermann, Internationale Beziehungen, »Michael Moore wusste es vorher: Trump’s election is going to be the biggest fuck you ever recorded in human history …. Groß geworden als Teil jener »vergessenen Bevölkerung«, die Trump den knappen, aber überraschenden Sieg bescherte, hatte er schon früh den richtigen Blick, während die Mehrheit der Beobachter:innen (mich eingeschlossen) mit wohligem Schaudern die immer neuen Untiefen des Sumpfs kommentierte, in dem Trump versinken würde. Was jetzt kommt? Niemand weiß es. Sicher ist nur: es wird nicht schön. Wichtig ist aber die Lehre dieser Wahl für Deutschland: Augen auf, zuhören und zwar ohne Arroganz, sich engagieren, diese Demokratie und ihre Institutionen verteidigen in jede Richtung gegen jene Zyniker:innen und Ideologe:innen, die vom großen Befreiungsschlag träumen.«

FOTO: CC Guiseppe Milo auf flickr.com, unverändert

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