Friede, Freude, Eierkuchen

Friede, Freude, Eierkuchen

Alex Meier (Fußballgott) hat 75. Stefan Kießling (Bayer 04 Leverkusen) hat 135. Und Claudio Pizarro (noch FC Bayern München) hat sogar 176. Tore in der Bundesliga. Ajakter (Ajax Marburg) hat 140. Baggio (die Fleckenbühler) hat 138. Und Friede hat 100. Tore in der Bunten Liga. Seit dieser Woche, Dienstag 09.06.2015 um genau zu sein. PHILIPP hat mit einigen seiner „Freunde“ und „Teamkollegen“ über das Ausnahmetalent gesprochen – nur nicht mit Friede.

Es war ein schönes Bild, das sich da auf dem Afföller bot. Am 9. Juni 2015 anno domini stand das „schönste Derby der Welt“, das „Spitzenspiel der Herzen“ an. Hot Guys in Black Pumps gegen die Freunde von Partizan Oberstadt. In der BuLi-Staffel Todesgruppe geht es zumindest für die Hot Guys noch um Etwas: Den Einzug in die Play-offs. Partizan Oberstadt wabert mit drei Punkten aus acht Spielen auf dem 9. Tabellenplatz vor sich hin, während die Hot Guys mit dreizehn Punkten aus acht Spielen noch eine echte Chance auf die Play-offs haben. Doch das soll eigentlich nur Nebensache hier sein. Schon vor dem Spiel merkt man einigen Hot Guys-Spieler*innen die Anspannung an. Doch einer ist mehr als nur relaxed: Friede. Dabei ist er derjenige, der Geschichte schreiben kann.

Vier Schwestern, Waldorfschule, Medizinstudium
Vier Schwestern, Waldorfschule, Medizinstudium

Der gelernte Straßenfußballer (mehrere anonyme Quellen bestätigen diese Information), der vor seiner großen Hot Guys-Karriere eine Waldorfschule „auf dem Dorf“ besuchte, träumt von einem Medizinstudium. Am besten natürlich hier in Marburg, denn er ist ziemlich bodenständig geblieben. Das liegt wahrscheinlich auch an seiner Familie, die ein starker Rückhalt für ihn ist. Nicht zuletzt seine vier Schwestern helfen ihm dabei auf dem Teppich zu bleiben, auch wenn Friede historisches geschafft hat und als dritter BuLi-Spieler überhaupt die 100-Tore-Marke geknackt hat.

Jungspund, Klatschtante, Bester „Hot Guys“ Torjäger

Der 22-Jährige Krankenpflegerazubi, der die Ausbildung nur macht damit er genug Wartesemester anhäuft, wurde laut anonymer Quelle in seinem Jahrgangsabschlussbuch als „Klatschtante der Klasse“ betitelt. Das hat ihn nicht daran gehindert, wegen seines Sportlehrers Stieber (ehemalige Pumpen-Trainerlegende) zu eben jener BuLi-Mannschaft zu gehen und auch nach der Pumpen und Hot Guys-Fusion zu den „Hot Guys in black Pumps“ einfach zu bleiben. Auch wenn Marvin die diesjährige Torschützenliste der Hot Guys mit zwölf Toren anführt, so ist es doch Friede, der als „generell bester Torschütze der Hot Guys“ geführt und vereehrt wird. Man kann sagen, Friede ist ein Star. Jetzt eben auch ganz offiziell, mit seinem 100. BuLi-Tor.

"Wenn er das Tor heute nicht gemacht hätte, hätte er die Fußballschuhe auch an den Nagel hängen können!"
„Wenn er das Tor heute nicht gemacht hätte, hätte er die Fußballschuhe auch an den Nagel hängen können!“

Man hat das Gefühl, die Fans an der Seitenlinie sind angespannter als Friede selbst, der vor dem Spiel noch Zeit für ein Scherzfoto hat. Doch als das Spiel angepfiffen ist, sieht man Friede an: so cool ist er nicht. Die Anspannung hat ihn in seinen Klauen. Er verstollpert und verschießt die ersten Torschüße, ist viel zu eigensinnig und so sind es die Partizanen, die in Führung gehen. Zwei seiner Teamkollegen, erst sein Teamkollege Faust, dann sein Cousin Marvin, machen das, was Friede sonst immer macht: Tore schießen. Doch bevor die erste Halbzeit abgepfiffen wird, ist es dann soweit: Friede trifft. Sein 100. BuLi-Tor. Ein Freudentrubel aus Hot Guys und Partizan-Spieler*innen, die Friede gratulieren wollen, gemischt mit der obligatorischen Bierdusche. Selbst die Fans am Seitenrand haben Gänsehaut. Jubel, Freude, Heiterkeit, denn es ist doch etwas Besonderes. 100 Tore. Und alle sind glücklich, inklusive Friede, der sich erst Mal auswechseln lassen muss. Er stinkt nach Bier, als er die ersten Glückwünsche entgegen nimmt und man sieht von der anfänglichen Anspannung gar nichts mehr. Jetzt übersiegt doch die Freude. Und das Spiel? Das ging 4:2 für die Hot Guys aus, die neben der weiteren Chance auf die Play-Offs noch das Comeback ihres Publikumslieblings Momse feiern durften.

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FOTO: Nele Hüpper

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Ressortleiterin Sport, studiert vergleichende Kultur- und Religionswissenschaft und „hüpft“ oft und gern durch die Fußballstadien der Republik.