Sneak-Review #169: Good Boys

Sneak-Review #169: Good Boys

12-jährige Jungs, die Drogen kaufen, um eine Drohne zu ersetzen, das gab es diese Woche in der Sneak zu sehen. Ob sich die Komödie „Good Boys“ von Regisseur Gene Stupnitsky lohnt, erfahrt ihr hier.

Worum geht’s?

Max (Jacob Tremblay), Thor (Brady Noon) und Lucas (Keith L. Williams) sind jetzt in die 6. Klasse gekommen – in den USA also das erste Jahr Junior High – und müssen dementsprechend jetzt auch Sechstklässer-Dinge machen, so erklären sie zu Beginn des Films. Vor allem eines würden sie gerne tun: mit den coolen Kids abhängen. Und tatsächlich: Nachdem Max „supercool“ einen Schluck Bier getrunken hat, wird er auf eine Party eingeladen und kann sogar den Veranstalter Soren (Izaac Wang) überzeugen, dass er Thor und Lucas mitbringen darf. Einziges Problem: Es ist eine Kussparty. Und niemand der Drei hat irgendeine Ahnung, wie das mit dem Küssen eigentlich funktioniert. Nun wird aber Max‘ Schwarm Brixlee (Millie Davis) auf der Party sein und wenn er nicht geht, wird jemand anders sie küssen.

Also beschließen Max, Thor und Lucas herauszufinden, wie man küsst. Sie probieren es zuerst mit einem Porno, aber da wird sich nicht geküsst – zumindest nicht auf den Mund. Schließlich fällt ihnen Max‘ Nachbarin (Molly Gordon) ein, die ihre Zuneigung zu ihrem Freund (Josh Caras) recht öffentlich demonstriert. Mithilfe der Drohne von Max‘ Vater (Will Forte) versuchen sie, die beiden zu beobachten, was natürlich schief geht. Die Drohne geht kaputt und sie müssen sie ersetzen, bevor der Vater von seiner Geschäftsreise zurückkehrt. Dabei treffen sie eine dumme Entscheidung nach der anderen.

Eine gute Mischung aus Slapstick und Coming-of-Age

„Good Boys“ ist eine Coming-of-Age-Komödie, die drei Hauptcharaktere lernen während ihres Abenteuers viel über sich selbst und ihre Freundschaft. Die Schauspieler bringen diese Rolle überzeugend rüber. Ihre Charaktere veranstalten zwar am laufenden Band Mist, bleiben dabei aber immer liebenswürdig. Besonders ihre (manchmal erschreckende) Unkenntnis über Sexualität bringt sie immer wieder in Slapstick-artige Situationen. So rüsten sie sich mit Waffen, die sie im Schlafzimmer von Thors Eltern gefunden haben: Dildos, Analketten usw. Das ist manchmal überzogen, bleibt aber die meiste Zeit über witzig.

Überzogen sind die Charaktere manchmal generell: Die Cool Kids aus der Schule sind die Initiatoren des Mobbings gegen Thor, nachdem er seinen Schluck Bier direkt wieder ausgespuckt hat, die Nachbarin und ihre Freundin rasten völlig aus, als die drei Jungs ihre Handtasche mit Drogen darin klauen und der dealende Freund der Nachbarin lebt in einer wahren Drogenhöhle. Bei letzterem sollen sie für die Nachbarin und ihre Freundin Drogen kaufen im Tausch gegen eine neue Drohne.

Trotz dieser Überzeichnung macht es Spaß, den Jungs bei ihrem Abenteuer mit all ihren blöden Entscheidungen zuzusehen. Dennoch bleibt der Humor meist flach, tiefgehende Momente sind nur in beschränkter Zahl zu finden. Der Film ist eben dann doch mehr Komödie als Coming-of-Age. Wer aber Lust auf eine unterhaltsame Komödie hat, sollte sich diesen Film anschauen.

„Good Boys“ startet am 22. August in den deutschen Kinos.

FOTO: Universal Pictures

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studiert Linguistik und Politikwissenschaft und ist regelmäßig wieder über ihren Kaffeekonsum erstaunt.