Sneak Review #86 – Killer’s Bodyguard

Sneak Review #86 – Killer’s Bodyguard


Wir haben Sommerpause. Normalerweise erscheint in der Sommerpause keine Sneak-Review. Heute also in der Sommer-Sonderausgabe: Unsere Review zur Action-Komödie »Killer’s Bodyguard« mit Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson. 

Wenn während der Titelsequenz die Namen Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson erscheinen, lässt sich  die Richtung des Films schon erahnen. Wenn dann die Ermordung eines Waffenschmugglers als Punchline dient, ist es jedem im Saal klar: Dieser Film wird Spaß machen.

Mein bester Feind

Die Geschichte hinter »Killer’s Bodyguard« lässt sich schnell zusammenfassen: Ein runter gesoffener Bodyguard (Reynolds) muss einen Profi-Killer (Jackson) zu einer Gerichtsverhandlung bringen. Dort soll der Killer den ehemaligen russischen Präsidenten (Gary Oldman) durch seine Aussage in Gefängnis bringen. Unseren beiden Hauptfiguren stehen also die Lakaien des Präsidenten, als auch ihre alte Feindschaft im Weg.

Trotz einiger Klischees, langweilt einen die Handlung nicht. Die Reise zum Gericht geht durch mehrere Städte, welche allesamt gut in Szene gesetzt werden. Wer groß inszenierte Action sucht, findet sie hier nicht. Alle Action-Szenen sind dem größeren Ziel des Films untergeordnet: Den Zuschauer durch Humor unterhalten. Das Macht Spaß, sorgt aber dafür, dass ein möglicher Tod der Hauptfiguren keine glaubhafte Gefahr darstellt.

Wie funktioniert der Film?

Was den Film unterhaltsam macht sind aber nicht die ironische Musik, überzeichnete Kampfsequenzen oder knallige Farben. Es sind Jackson und Reynolds, die mit ihrer Chemie die komplette Laufzeit von zwei Stunden füllen. Gerade die bewusst übertriebene Verwendung eines bestimmten Ausdrucks durch die Figur von Samuel L. Jackson unterstreicht, dass dieser Film sich nicht zu ernst nimmt. Die beiden Hauptdarsteller schaffen es sogar eine eigentlich recht langweilige Autofahrt durch ihren Wortwitz ganz unterhaltsam zu machen.

Leider ist die größte Stärke des Films auch seine Schwachstelle. Alles um die Hauptfiguren herum ist doch sehr konventionell gehalten. Weder Kameraarbeit, noch Erzählweise haben etwas interessantes, etwas Neues. In einer exemplarischen Szene wird das Klauen eines billigen Wagens durch schnelle Close-Up Cuts parodiert. Warum das witzig sein soll weiß man, da man ähnliches in so ziemlich jedem Edgar Wright Film schon gesehen hat. Warum es nicht funktioniert ist, weil es in dem kompletten Film keine ähnlichen Momente gibt. Die Gags, die ohne die beiden Hauptdarsteller auskommen sollen wirken wie eine Collage aus schon bekannten Witzen anderer Filme.

»Killer’s Bodyguard« bleibt ein ziemlich unterhaltsamer Film. Unter all den furchtbaren Body-Cop Action-Komödien sticht er dann doch hervor. Er unterhält sehr gut dank beider Hauptdarsteller, wird aber auch schnell wieder vergessen sein, dank dem ganzen Rest.

»Killer’s Bodyguard« erscheint am 31. August in den deutschen Kinos.

FOTO: 20th Century Fox

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Chefredakteur aus Gründen.
Kann ganz gut mit Worten, halb gut mit Menschen.
Studiert nebenberuflich Medienwissenschaften.