Sneak-Review #149: Hard Powder

Sneak-Review #149: Hard Powder

In der dieswöchigen Sneak Preview lief der Film „Hard Powder“ (OT: Cold Pursuit) von Hans Petter Moland. Es handelt sich um das US-amerikanische Remake des norwegischen Films „In Order of Disappearance“ von 2014, bei dem ebenfalls Petter Regie führte.

Nels Coxman (Leam Neeson) ist Schneepflugfahrer in dem verschneiten Skifahrer-Nest Kehoe, irgendwo in den Rocky Mountains. Durch seine hilfsbereite, aber stille Art ist er in seiner Gegend beliebt, er wird sogar zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Doch dann wird sein Sohn Kyle (Micheal Richardson) tot aufgefunden. Überdosis Heroin. Im Gegensatz zu seiner Frau (Laura Dern) glaubt Coxman nicht daran, dass sein Sohn drogenabhängig war. Er muss ermordet worden sein. Auf seiner blutigen Suche nach Antworten und Rache gerät Coxman in einen Kartellkrieg um den Gangsterboss Viking (Tom Bateman), der auf Kriegsfuß mit den ansässigen drogendealenden „Indianern“ und deren Häuptling White Bull (Tom Jackson) steht.

Nicht schon wieder!?

Leam Neeson als einsamer Rächer. Das kennt man doch schon. Kann „Hard Powder“ den Zuschauer:innen also wirklich etwas Neues bieten?

Ja, das kann dieser Film! Zu Beginn gibt der Film noch vor, ein klassischer Rache-Action-Thriller zu sein. Doch damit bricht er dann schnell und wird zu einer schwarzen Komödie. Trotz der Amerikanisierung der Vorlage kommt „Hard Powder“ mit bitterbösem skandinavischem Humor daher und bietet eine Fülle an aberwitzigen Ideen und skurrilen Einfällen. Vor allem, wenn es darum geht, wie Leute ins Gras beißen. Und warum haben harte Gangster eigentlich immer coole Spitznamen?

Der lakonische Humor baut auf einer tragischen Situation auf. Wir kennen das: Oft sind gerade die Dinge besonders lustig, die eigentlich besonders gemein und traurig sind.

Zwischen Harmoniebedürfnis und Exzentrik

Der Film bietet außerdem undurchsichtige und gerade deshalb interessante Charaktere. So sind einige Figuren liebenswert und naiv. Etwa die harmoniebedürftige örtliche Polizei, die bei der plötzlichen Vielzahl an Todesfällen überhaupt nicht hinterherkommt. Und selbst so mancher Kartell-Handlanger offenbart unerwartet seine romantische Seite. Andere Figuren, wie der arrogant-penible Gangsterboss Viking oder die herrische Freundin (Elisabeth Thai) von Coxmans Bruder, sind so grotesk überzeichnet, dass das Zuschauen einfach Spaß macht.

„Hard Powder“ erinnert in seinen besten Momenten an Gangsterkomödien wie „Fargo“ von den Coen-Brüdern oder „Adams Äpfel“ von Anderes Thomas Jensen, und sorgt für Unterhaltung, bei der man sich an einigen Stellen nicht ganz sicher ist, ob man da lachen darf.

„Hard Powder“ erscheint am 28. Februar in den deutschen Kinos.

FOTO: ParadoxFilms / StudioCanal

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