Über ‚Unsagbares‘ sprechen: Vortrag und studentischer Workshop zu Cancel Culture

Über ‚Unsagbares‘ sprechen: Vortrag und studentischer Workshop zu Cancel Culture

Am 26. und 27. Juni diskutieren Studierende Marburgs und Dozierende aus ganz Deutschland über das Thema „Literatur als Schutzraum? Literarische Rede in Zeiten von Wokeness und Cancel Culture“. Dabei geht es um aktuelle ‚Fälle‘ wie Till Lindemann, Lisa Eckhart, aber auch Jim Knopf.

Unter Anleitung von von Prof.’in Constanze Spieß, Prof.’in Hania Siebenpfeiffer und Prof. Fabian Wolbring vom Institut für Neuere deutsche Literatur und Institut für germanistische Sprachwissenschaft der Uni Marburg findet am 26. Juni zunächst ein Gastvortrag statt. Am 27. Juni präsentieren dann Studierende aus drei verschiedenen Seminaren die von ihnen erstellten Poster. Auch eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen verschiedener Universitäten und Hochschulen soll Gespräche zwischen Wissenschaftler*innen der Literaturdidaktik, der Literaturwissenschaft und der Sprachwissenschaft anregen. Beide Veranstaltungen sind öffentlich.

‚Fälle‘ der Cancel Culture

Betrachtet wird Eugen Gomringers Gedicht „avenidas“, das 2013 von der Fassade der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin entfernt wurde. Auch die popkulturellen Gedichte von Till Lindemann, Sänger und Frontmann von Rammstein, sollen Debattenstoff für die Diskutant*innen sein. Weiterhin wird die Frage nach dem Umgang mit Rassismus in den Kinderbuchklassikern Jim Knopf und Pippi Langstrumpf gestellt. Thematisiert werden weiterhin die Debatte um ein Verbot des Partyschlagers „Layla“, die umstrittene Satirikerin Lisa Eckhart sowie Wolfgang Koeppens Roman Tauben im Gras, der aus dem Schulkanon Baden-Württembergs entfernt wurde.

Die vorangegangenen Seminare, alle unter dem Titel „Literatur als Schutzraum? Literarische Rede in Zeiten von Wokeness und Cancel Culture“ befassten sich mit verschiedenen Schwerpunkten mit diesen Fällen, dem Thema Cancel Culture und mit Fragen der Kunst- und Meinungsfreiheit. Um auszutesten, zu welchem Ergebnis die verschiedenen Wissenschaften und dazugehörigen Seminargruppen gemeinsam kommen, setzten sich die Gruppen für die Posterpräsentation seminarübergreifend zusammen.

Mittwoch, 26. Juni 2024 um 18 Uhr c.t. 

  • Thema: „Wer hat Angst vor Literatur? Literaturdidaktische Implikationen aus der Beobachtung gegenwärtiger Debatten“
  • Ort: Deutschhausstrasse 3, 1. OG, Raum  +1/1090 (A 109, Hörsaal)
  • Redner*in: Eröffnungsvortrag von Prof.’in Dr. Ricarda Freudenberg (Pädagogische Hochschule Weingarten)

Donnerstag, 27. Juni 2024 um 09 Uhr c.t. 

  • Ort: Seminargebäude im Pilgrimstein 12 (Raum 201) 
  • 9 bis 13 Uhr Posterpräsentation von Studierenden
  • 14 bis 16 Uhr Podiumsdiskussion mit Expertinnen aus der Literaturwissenschaft, Literaturdidaktik, Sprachwissenschaft und Rechtswissenschaft
  • Es diskutieren: Ricarda Freudenberg (Literaturdidaktikerin von der Pädagogische Hochschule Weingarten), Andrea Geier (Literaturwissenschaftlerin von der Universität Trier), Ruth Mell (Sprachwissenschaftlerin von der Technische Universität Darmstadt) und Anna Schimke (Rechtswissenschaftlerin von der Universität Hamburg)

studiert im Master 'Soziologie' und 'Literaturvermittlung in den Medien'. Seit 2022 in der Redaktion sowie im Lektorat aktiv und seit Januar 2023 Chefredaktion von PHILIPP.

ist 2000 nahe Zürich geboren. Studiert Literaturvermittlung in den Medien. Bei PHILIPP seit Januar 2023 aktiv und seit April 2023 Chefredakteurin. Schreibt am liebsten Protokolle und FSK-Berichte.

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